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Rätsel um Gegenstände auf Gleisen: Kinder als Hilfsermittler

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Blaulicht
Ein Streifenwagen der Polizei steht mit eingeschaltetem Blaulicht an einem Einsatzort. © Carsten Rehder/dpa/Symbolbild

Auf einer Bahnstrecke bei Hameln liegen immer wieder Gegenstände. Fünfmal sind bereits Züge dagegengeprallt. Die Bundespolizei ermittelt in dem Fall und setzt auf ungewöhnliche Helfer.

Hameln - Seit Wochen legen noch unbekannte Täter in Hameln immer wieder Gegenstände auf Eisenbahngleise - und lösten schon mehrere Bahn-Unfälle aus. Seit Mitte März sind fünf Mal Regionalbahnen dagegen geprallt. Laut Bundespolizei handelte es sich bei den Gegenständen unter anderem um Einkaufswagen, Reifen oder Holzpalisaden. Verletzt wurde bisher niemand. Nun setzen die Ermittler auf die Hilfe von Kindergartenkindern, wie ein Mitarbeiter der Bundespolizei am Donnerstag mitteilte.

Bis auf einen Anfangsverdacht gegen eine Person haben Polizei und Bundespolizei noch keine Anhaltspunkte zu den Tätern oder dem Motiv. Ein Zusammenhang der Taten sei wahrscheinlich, aber ebenfalls noch nicht abschließend geklärt. Die Polizei besucht nun einen Kindergarten in der Nähe der Tatorte. „Wir klären die Kinder über die Gefahren der nahe liegenden Gleise auf und bitten sie, ihren Erziehern Bescheid zu geben, wenn ihnen etwas auffällt“, sagte der Bundespolizist. Da sich die Taten meist in der Nacht ereignen, sei eine Observierung nur schwer möglich, da Polizisten zu leicht auffallen würden.

Die Vorfälle ereignen sich seit Mitte März auf einem rund einen Kilometer langen Gleisstück bei Hameln. Die eingleisige Eisenbahnstrecke verbindet die Rattenfängerstadt mit Löhne in Nordrhein-Westfalen. In einigen Fällen hätten Lokführer dem Vernehmen nach rechtzeitig bremsen und den Unrat wegräumen können, sagte der Bundespolizist. In fünf Fällen war das den Angaben nicht mehr möglich und es kam zum Zusammenstoß.

Bei dem jüngsten Vorfall am Dienstagabend wurde ein Einkaufswagen bis zu 25 Meter weit geschleudert. Dadurch hätten auch Menschen auf einem parallel zu den Gleisen verlaufenden Radweg verletzt werden können, sagte der Bundespolizist. An dem Zug entstand ein Schaden in Höhe von 20.000 Euro. Die Bahnstrecke war wegen Aufräumarbeiten stundenlang gesperrt.

Das Ablegen von Gegenständen auf Gleisen sei sehr gefährlich, denn Züge könnten dadurch zum Entgleisen gebracht werden, so der Sprecher. Auf der Strecke sind hauptsächlich Regionalbahnen der Linie 77 mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde unterwegs. dpa

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