1. Startseite
  2. Deutschland
  3. Niedersachsen

Wegen Bau von Windpark: Landkreis reißt Storchennest ab

Erstellt:

Von: Yannick Hanke

Kommentare

Zu sehen sind zwei Störche, die in luftiger Höhe auf ihrem Nest stehen.
Ein Storchennest in Ovelgönne führt zu einem Streit zwischen einem Storchenfreund und dem Landkreis Wesermarsch. (Symbolbild) © Swen Pförtner/dpa

Der Landkreis Wesermarsch will einen neuen Windpark bauen. Problem: Hierfür muss ein Storchennest in der Nachbarschaft weichen. Die Hintergründe.

Overgönne (Wesermarsch) – Wenn der geplante Windpark erst einmal in Betrieb sei, würde das Storchenpaar in Ovelgönne, einer kleinen Gemeinde in Niedersachsen, schlichtweg stören. So argumentiert der Landkreis Wesermarsch. Der NDR beruft sich auf einen Landkreissprecher, demzufolge der Abstand zwischen Nisthilfe und dem geplanten Windpark weniger als 1000 Meter betragen hätte.

Storchennest in Ovelgönne abgerissen – doch Storchenfreund legt sich mit Landkreis Wesermarsch an

Dadurch würde es ein „Kollisionsrisiko“ für die Störche geben. Erst am Freitagmorgen, 21. Januar 2022, rückte eine Baufirma im Auftrag des Landkreises Wesermarsch mit Spezialgerät aus. Der sieben Mieter hohe Mast mitsamt des Nests vom Storchenpaar wurde dabei umgelegt.

Sehr zum Unwohl von Storchenfreund Peter Schnepper. Der Landkreis Wesermarsch hatte ihn zunächst dazu aufgefordert, das Nest auf seinem Grundstück abzubauen. Schließlich würde Schnepper keine Baugenehmigung besitzen. Doch weigerte sich der Storchenfreund entschieden.

Storchennest für Windpark abgerissen: Tierfreunde und -schützer sind entsetzt: „Große Schweinerei“

Der scheinbar kaltherzige Storchennest-Abriss erschüttert zahlreiche Tierfreunde sowie aktive Tierschützer. Im Netz machen sie ihrem Unmut Luft, einer fasst die Ereignisse aus seiner Sicht so zusammen: „Eine große Schweinerei!“ „Unter aller Sau“, blasen andere ins gleiche Horn. Andere frage sich: „Warum nur haben viele Wildvögel / Wildtiere einen Schutzstatus, wenn sie dann doch nicht geschützt werden?“ Die Antwort scheint ein Facebook-Kommentator bereits parat zu haben: „Da sieht man wieder, dass Tiere nix wert sind.“

Storchenfreund aus Ovelgönne klagt für Erhalt des Nestes

Stattdessen berief sich Schnepper darauf, dass Störche laut Naturschutzgesetz geschützte Tiere sind. Zudem wäre der Abbau von Nestern strafbar. Es würden bis zu sechs Jahre Haft drohen. Und auch jetzt, nach dem Abbau des Nests der beiden Störche*, will Schnepper weiter vor dem Verwaltungsgericht für den Erhalt des Nestes klagen.

Am Donnerstag, 20. Januar 2022, hatte das vom Landkreis Wesermarsch beauftrage Bauunternehmen schon einmal versucht, das Storchennest rigoros zu entfernen. Doch blieb es beim reinen Versuch und das Fahrzeug im matschigen Boden stecken. Bei der zweiten, dann auch durchgeführten Abriss-Aktion ließ der Landkreis Bodenplatten auf dem Acker verlegen. Dieses Mal sollte die Aktion von Erfolg gekrönt sein. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare