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Zu viele Hunde und Katzen: Peiner Tierklappe geschlossen

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Tierheim Peine hat eine Tierklappe
Eine Mitarbeiterin steht vor der Tierklappe am Tierheim Peine. © Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

Mit einer Tierklappe bietet das Tierheim Peine Hilfe an. Weil aber zu viele Besitzer von Hunden und Katzen das Angebot nutzen und ihre Haustiere abgeben, ist die Kapazität nun überschritten. Die Einrichtung sieht sich zum Handeln gezwungen.

Peine - Es waren einfach zu viele Hunde und Katzen - in Peine hat das Tierheim seine Tierklappe geschlossen. „Wir rechnen damit, frühestens in etwa zwei Wochen wieder öffnen zu können“, sagte die stellvertretende Einrichtungsleiterin Jennifer Semmler. Nachdem man sich zunächst über die rege Nutzung des Angebots gefreut hatte, geriet das Heim Anfang Januar schnell an die Kapazitätsgrenze, wie Semmler berichtete.

Zuletzt wurden binnen weniger Tage mehr als 20 Katzen aufgenommen. Allein in einer Nacht seien es 19 Rassekatzen gewesen, sagte Semmler. Dazu kamen ihr zufolge noch Hunde, von denen auch einige Problemtiere waren. Mit ein paar Kleintieren sei die Platzgrenze überschritten und die Schließung der Klappe nötig gewesen, sagte Semmler.

Sie betonte, dass das seit Sommer bestehende Angebot eigentlich eine Noteinrichtung sei. Aktuell ergebe sich aber der Eindruck, dass überforderte Tierbesitzer eine mögliche Abgabegebühr scheuen oder sich einfach schämen, mit den Tieren nicht klarzukommen. „Dabei suchen und finden wir eigentlich immer eine Lösung“, sagte Semmler. Dennoch müsste der umgebaute Anhänger für Hunde, Katzen und Kleintiere zunächst weiter umgedreht, also geschlossen bleiben.

Der Tierschutzverband Niedersachsen betonte auf Nachfrage, dass es sich meist um Tiere handele, die nicht von Heimen des Deutschen Tierschutzbundes während Corona vermittelt worden seien. Häufig seien sie von unseriösen oder illegalen Händlern und Züchtern erworben worden, wie Verbandsvorstand Dieter Ruhnke sagte. „Während der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach einem Haustier enorm angestiegen“, berichtete er. Darauf hätten organisierte Kriminelle reagiert und Angebote am Fiskus vorbei geschaffen.

Mit Blick auf die Hauskatzen ist auch dem Tierschutzverband zufolge festzustellen, dass mehr Tiere als in den Vorjahren betreut werden müssen. Häufig seien die Katzen nicht kastriert. Nach der Anschaffung während der Corona-Pandemie wurde laut Ruhnke häufig auf eine Kastration verzichtet - teilweise auch, weil dies nicht überall vorgeschrieben ist. Das hat nach Einschätzung der Tierschützer zu vielen unkastrierten Freigängerkatzen und damit einer unkontrollierten Vermehrung geführt.

Als Reaktion fordert der Verband eine bundesweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen. Für Hauskatzen, denen Freigang gewährt werde, sollte es zudem eine Kastrationsverpflichtung geben. Auch für die Haltung von Heimtieren wünscht sich Ruhnke einheitliche Haltungsvorschriften, die auch Sachkunde wie etwa beim Hundeführerschein beinhalten. Zudem sollte Handel im Internet nur mit amtlicher Genehmigung erfolgen. dpa

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