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Ausstellung: Plakate von Litfaßsäule bis heute

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Einst hieß Werbung Reklame - und funktionierte ausschließlich analog. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts etablieren sich Plakate an Litfaßsäulen im öffentlichen Raum. Warum der Streifzug durch die Plakat-Geschichte bis in die digitale Gegenwart „Kiwi-Bananen-Ausstellung heißt.

Essen - Mit der Ausstellung „We want you! Von den Anfängen des Plakats bis heute“ präsentiert das Museum Folkwang in Essen von diesem Freitag an bis zum 28. August den nächsten Höhepunkt im Rahmen seines 100-jährigen Bestehens. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts an etablierten sich Plakate als wichtiges Instrumentarium der Werbung.

Es ist ein interessanter Blick in die Vergangenheit, als Reklame durch Plakate noch analog funktionierte. Dabei war die Art und Weise der Präsentation im öffentlichen Raum oft entscheidend für die Wahrnehmung und Wirkung der Werbung. Beginnend mit dem „wilden Kleben“ in der Mitte des 19. Jahrhundert habe sich die Werbung an den Litfaßsäulen etabliert, teilte das Folkwang-Museum in Essen mit.

„Das Besondere an dieser Ausstellung ist sicher die große zeitliche Staffelung, von den Anfängen bis in die digitale Gegenwart“, sagte René Grohnert, Leiter des 1974 gegründeten Deutschen Plakat Museums, das seit 2008 im Folkwang angesiedelt ist. Einen solchen Streifzug durch die rund 170-jährige Geschichte des Plakats habe es seines Wissens noch nicht gegeben, sagte Grohnert am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. „Dazu kommt die Kombination mit der Außenwerbung.“

Von den 1920er Jahren an entstanden erste Werbekampagnen. Und bis zur Einführung des Fernsehens Mitte der 1950er Jahre blieb das Plakat das Leitmedium der Werbung. Mit der Einführung der Großflächen gewann es eine neue starke Sichtbarkeit. Fortan bestimmten technische Neuerungen den Wandel, hin zu neuen Formaten und permanenter Präsenz.

Durch die Digitalisierung und Vernetzung, durch interaktive Elemente mit direkter Ansprache und zielgruppenorientierter Aussteuerung werde heutzutage der öffentliche Auftritt des Plakats enorm erweitert. Gleichwohl erscheinen Plakate zuweilen wie ein liebgewonnenes Relikt aus vergangenen Zeiten, weil vor allem junge Menschen inzwischen meist auf anderem Wege - digital über die sogenannten Sozialen Medien - erreicht und beeinflusst werden. Hamburg will per Volksentscheid ein Verbot von LED-Werbeflächen in der Stadt erwirken, wie 24hamburg.de* berichtet.

Dass Plakat-Werbung aber noch immer funktioniert, untermauert Folkwang-Museumsdirektor Peter Gorschlüter mit einer kleinen Anekdote: Als Blickfang für die Essener Ausstellung dient ein Plakat, auf dem in dicken Buchstaben „Kiwi“ steht und dazu eine Banane abgebildet ist. Darunter ist zu lesen: „Plakate machen aufmerksam. 150 Jahre Litfaßsäule“. Deswegen werde er nun oft auf die „Kiwi-Bananen-Ausstellung“ angesprochen, sagte Gorschlüter.

Die sehenswerte Ausstellung in der Ruhrmetropole deckt die ganze Palette ab - von den ersten Erscheinungsformen des Plakats bis ins digitale Zeitalter der Gegenwart und der Zukunft. Zahlreiche Exponate, unter anderem von Lucian Bernhard, Isolde Baumgart, Hans Hillmann, Alfons Maria Mucha, Henri de Toulouse-Lautrec und Charles Paul Wilp, spannen einen kultur- und medienhistorischen Bogen. (dpa) *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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