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Einsatz gegen Eichenprozessionsspinner gestartet

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Eichenprozessionsspinner
Ein Traktor besprüht Eichen mit einem Biozid und bekämpft damit den Eichenprozessionsspinner. © Guido Kirchner/dpa/Archivbild

Die Härchen des Eichenprozessionsspinners können bei Menschen Haut und Atemwege reizen. Die Grünflächenämter und Straßenmeistereien beginnen deshalb momentan wieder mit der Bekämpfung der Larven.

Münster - Die giftigen Raupen sind wieder da: Straßenmeistereien und Kommunen beginnen in diesen Tagen ihren Einsatz gegen den Eichenprozessionsspinner. Dessen Larven schlüpften nun, sagte ein Sprecher des Landesbetriebs Wald und Holz am Freitag in Münster. „Im Moment sind sie aber noch nicht gefährlich.“ Wie stark der Befall in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr werde, hänge vom Wetter in den kommenden Wochen ab: Je wärmer und trockener, desto besser seien die Bedingungen für die Raupen.

Präventiv sind Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßen.NRW seit Mittwoch entlang der Straßen im Ruhrgebiet unterwegs. Sie besprühen laut Mitteilung Eichen, die im vergangenen Jahr von dem Schädling befallen waren, mit kleinen Fadenwürmern. Die sogenannten Nematoden dringen in die Raupen ein und sind nach Angaben des Landesbetriebs für Menschen und andere Tiere unschädlich.

Straßen.NRW setzt zur Vorbeugung außerdem ein Mittel auf Basis eines Bakteriums und Nistkästen für Meisen ein. Letztere sollen als natürliche Fressfeinde der Larven den Befall verringern.

Der Eichenprozessionsspinner ist weniger gefährlich für die Eichen als für die Menschen. Die Raupen des Nachtfalters bilden giftige Härchen aus, die bei Berührung zu Ausschlägen, Augenreizungen, Atembeschwerden und allergischen Reaktionen führen können.

Die Stadt Münster beginnt nach eigenen Angaben Ende April an 200 Standorten in der Stadt mit dem Besprühen der Bäume. Aktuell werde von rund 20.000 zu behandelnden Eichen ausgegangen, hieß es. Bürger könnten Nester der Raupen über einen Online-Dienst melden.

Im Kreis Wesel werden in den kommenden Wochen punktuell befallene Bäume mit dem Bakterium besprüht. Da für die Bekämpfung der jungen Larven nur wenige Wochen zur Verfügung stehen, werden die Arbeiten dem Kreis zufolge den ganzen Tag über durchgeführt.

Langfristig sei klar, dass sich der Eichenprozessionsspinner noch weiter ausbreiten werde, erklärte der Sprecher des Landesbetriebs Wald und Holz. „Er ist ganz klar Gewinner des Klimawandels. Das Problem wird sich in den nächsten Jahren verstärken.“ dpa

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