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Klima-Aktivisten blockieren Kohlezufuhr zu Kraftwerk

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Braunkohlekraftwerk Neurath
Das Braunkohlekraftwerk Neurath ist hinter den Häusern von Rommerskirchen zu sehen. © Henning Kaiser/dpa/Archivbild

Während in Glasgow die Weltklimakonferenz stattfindet, ketten sich in Grevenbroich Aktivisten an die Schienen vor dem Braunkohlekraftwerk Neurath. Die Polizei ist stundenlang im Einsatz, um die Menschen von den Gleisen zu holen.

Grevenbroich - Rund 50 Klima-Aktivisten haben am Freitag die Kohlezufuhr zum Braunkohle-Kraftwerk Neurath in Grevenbroich (Rhein-Kreis Neuss) blockiert. Mehrere Aktivisten ketteten sich an den Gleisen fest, wie die Polizei mitteilte. Sie sollen sich unter anderem an Betonfässern und Zementblöcken unter den Schienen fixiert haben. Nach der Besetzung der Gleise am frühen Morgen war die Polizei auch am Nachmittag noch im Einsatz, um die Strecke freizubekommen.

Die Aktivisten hätten die Gleise nicht freiwillig verlassen wollen, sagte ein Polizeisprecher. Die Lage sei aber friedlich geblieben. Am Nachmittag ketteten sich erneut mehrere Personen an zwei anderen Gleisabschnitten fest, wie eine Sprecherin der Aktion „Block Neurath“ erklärte. Am Abend meldete ein Polizeisprecher, dass noch an einer dritten Stelle sieben Personen das Gleis blockierten. Später kamen vier weitere Aktivisten an einer vierten Stelle hinzu. „Die Personen werden derzeit durch Beamtinnen und Beamte der Bereitschaftspolizei von den Gleisen geführt.“ Die Stimmung sei entspannt.

„Wir haben es geschafft, das Kraftwerk seit sieben Uhr zu blockieren“, sagte die Sprecherin der Aktivisten. Es sollten möglichst viele Kohlezüge auf dem Weg in das Kraftwerk gestoppt werden - und ein Zeichen gegen den Energiekonzern RWE setzen, der das Kraftwerk betreibt. „RWE möchte noch bis mindestens 2038 Kohle weiter verfeuern. Das ist angesichts der Klimakrise ein absolutes No-Go. Es braucht einen sofortigen Kohleausstieg“, sagte die Aktivistin.

RWE-Sprecher Lothar Lambertz erklärte, der Konzern habe bereits Strafanzeige gegen die Aktivisten gestellt: „Die Gleisbesetzungen können nur Kopfschütteln auslösen. Die Störer bringen sich und andere in Gefahr.“ Wegen der beiden Blockaden sei der Zugverkehr aus dem Tagebau Garzweiler am Freitag eingestellt worden. Die Leistung des Kraftwerks sei vorsorglich reduziert worden, sagte Lambertz.

Anlass für die Aktion am Freitag war nach Aktivistenangaben die Weltklimakonferenz COP26 im schottischen Glasgow. „Die Weltklimakonferenz findet seit 26 Jahren statt. Seitdem sind die CO2-Emissionen um 60 Prozent angestiegen. Wir brauchen mehr als leere Versprechungen“, erklärten die Aktivisten. Parallel zu den Klimaverhandlungen seien in der ersten Novemberhälfte noch weitere Aktionen in ganz Deutschland geplant. dpa

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