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Landrat pocht auf Investitionen in Bevölkerungsschutz

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Landrat will Investitionen in Bevölkerungsschutz
Markus Ramers (SPD), Landrat des Kreises Euskirchen, sitzt in seinem Büro im Kreishaus. © Federico Gambarini/dpa/Archivbild

Die Flut im Sommer 2021 zerstörte Leben und Infrastruktur. Im Eifel-Kreis Euskirchen waren Stromleitungen, Telefon, Bahn und Straßen zerstört. Das Leben hat sich zwar normalisiert. Mehr Bevölkerungsschutz bleibt aber auf der Tagesordnung.

Euskirchen - Rund ein Dreivierteljahr nach der Flutkatastrophe hat der Landrat Kreises Euskirchen, Markus Ramers (SPD), Investitionen in den Bevölkerungsschutz angemahnt. Trotz des aktuellen Fokus auf Fragen der äußeren Sicherheit dürfe ein funktionierender Schutz in Fällen von flächendeckenden Blackouts, Dürre, Hochwasser oder Waldbränden nicht vergessen werden. „Es gibt viele Szenarien, die auf uns zukommen können, da braucht es eine Stärkung in Material und Ausbildung“, sagte der Landrat.

Im Kreis Euskirchen in der Eifel hatte das Hochwasser im Juli 2021 besonders gewütet: 26 Menschen starben, unzählige Gebäude wurden überflutet, der Gesamtschaden an der öffentlichen Infrastruktur beträgt nach Schätzungen über eine Milliarde Euro. Abgeschlossen ist der Wiederaufbau noch lange nicht. Vor einigen Tagen hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) Bad Münstereifel besucht, begleitet auch von Ramers.

Der Landrat sagte, Schwerpunkte in der Stärkung des Bevölkerungsschutzes vor Ort seien die Einführung von krisenfesten Kommunikationssystemen, die Verbesserung von Warninfrastruktur und die Förderung der Selbsthilfefähigkeit der Bürger. Auch müssten die haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte durch eine moderne Ausstattung und Ausbildung unterstützt werden. Dies könne nur mithilfe weiterer finanzieller Unterstützung von Land und Bund verwirklicht werden.

Nach der Flut funktionierten im Kreis nur 2 Prozent des Telefonfestnetzes und 50 Prozent des Mobilfunks. Der Kreis Euskirchen habe ein satellitengestütztes neues Kommunikationssystem angeschafft, sagte Ramers. Auch die Ausstattung mit Warnsirenen soll ausgebaut werden. In den 1990er Jahren sei ein Großteil der Warnsirenen abgebaut worden. Nun gebe es für 132 Standorte im Kreis Anträge für neue Sirenen.

Häufig werde das Problem verengt auf Technik und Ausstattung, sagte der Landrat. „Doch es funktioniert nicht ohne die Menschen, die das Ganze leiten.“ Im Kreis Euskirchen mit seinen rund 200 000 Einwohnern würden 95 Prozent der nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr von Ehrenamtlern geleistet. Sie müssten qualifiziert und durch hauptamtliche Kräfte unterstützt werden. dpa

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