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Neue Hoffnung auf Erhalt der Inselschule Nonnenwerth

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Gymnasium Nonnenwerth
Blick auf das traditionsreiche Gymnasium auf der Rheininsel Nonnenwerth. © Thomas Frey/dpa/Archivbild

Nach fast 170 Jahren soll die Schultradition auf der Rheininsel Nonnenwerth abreißen. Nach mehreren Krisengesprächen zeigt sich der Elternbeirat aber wieder optimistischer.

Remagen - Nach der angekündigten Schließung der fast 170 Jahre alten Schule auf der Rheininsel Nonnenwerth zum nächsten Sommer hat der Elternbeirat neue Hoffnung geschöpft. „Ich bin sehr optimistisch, dass der Schulbetrieb nach 2022 weiterlaufen kann“, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Olaf Schmitz, der Deutschen Presse-Agentur. Gespräche mit dem Inseleigentümer und Schulträger Peter Soliman deuteten darauf hin, dass der neue Elternverein „Rettet Nonnenwerth“ das private Gymnasium übernehmen könnte. Die Insel im Rhein gehört größtenteils zu Rheinland-Pfalz und mit einer Spitze zu Nordrhein-Westfalen.

Man habe gemeinsam eine siebenstellige Summe, erklärte Schmitz. „Unser Wunsch ist es, die Insel zu kaufen. Wir könnten sie aber zur Not auch erst pachten, um die Schulträgerschaft zu bekommen.“ Soliman habe nicht viele andere Möglichkeiten als einen Schulbetrieb.

Um die Zukunft des Gymnasiums hatte es viel Wirbel bis hin zu einer Demo mit Hunderten Schülern gegeben. Soliman hatte die angekündigte Einstellung des Schulbetriebs mit vorgeschriebenen millionenschweren Brandschutzmaßnahmen in dem riesigen historischen Inselgebäude begründet. In einem Exposé eines Immobilienmaklers waren aber dort auch schon Luxuswohnungen in Aussicht gestellt worden. Später sprach der Makler von einem Missverständnis.

Der Vorsitzende des Elternbeirats, Schmitz, sagte nun, Flächennutzungsplan, Denkmal- und Naturschutz sowie Insellage in einer Bundeswasserstraße und fehlende Brücken - all dies stünde einer Umwandlung in Eigentumswohnungen entgegen. Nur zwei Fähren verbinden Nonnenwerth mit den beiden Rheinufern.

Das von rund 500 Schülern aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen besuchte Privatgymnasium, das zuvor von Franziskanerinnen geführt worden war, teilte mit: „Es herrscht hier an der Schule schon eine positive Grundstimmung. Wir hoffen, dass die Verhandlungen zu einem positiven Ende geführt werden. Die Signale dafür sind da.“ Es müssten aber weitere Gespräche abgewartet werden.

Dazu teilte Soliman der dpa mit: „Da wir dort Vertraulichkeit vereinbart haben, kann ich Ihnen dazu derzeit leider keine weiteren Auskünfte geben.“ Die Stadt Remagen hatte kürzlich von einer „konstruktiven Atmosphäre“ eines Runden Tisches zur Zukunft von Nonnenwerth gesprochen.

Parallel klagen laut Schmitz mehr als 50 zu diesem Schuljahresende gekündigte Lehrer auf ihre Weiterbeschäftigung. Soliman habe diesen angestellten Pädagogen ein zusätzliches 1,5-faches Monatsgehalt angeboten. Der Inseleigentümer selbst sprach von einer „Bleibeprämie“ für unbefristete Beschäftigte zugunsten einer „Stabilität“ bis zum Schuljahresende. Schmitz sagte dagegen, eine Abfindung für gekündigte Lehrer müsste rechtlich deutlich höher sein. dpa

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