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Polizei hebt Waffenlager aus: Verdächtiger (69) sprengt sich kurz darauf in die Luft - Neue Details bekannt

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Von: Kai Hartwig

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Die Polizei beschlagnahmte bei der Hausdurchsuchung zahlreiche Waffen und Munition. © Polizei Hagen/dpa

Ein Mann bunkert in einem nordrhein-westfälischen Ort offenbar Waffen. Die Polizei beschlagnahmt diese. Einen Tag später wird der Verdächtige tot aufgefunden.

Update vom 12. August, 13.35 Uhr: Am Donnerstag (11. August) hat ein Rechtsextremer aus Attendorn im Sauerland Ermittlern zufolge Suizid begangen. Laut einem Bericht der Bild vom Donnerstag soll sich der 69-Jährige in einem Sprengstoffbunker im Wald getötet haben. Ob er sich mit einer Waffe oder einem Sprengsatz tötete ist unklar. 

Ein Tag vor dem mutmaßlichen Suizid hatte bei dem Mann eine Razzia stattgefunden. Dabei wurden viele teils funktionsfähige Waffen und intakte Munition gefunden, wie die Staatsanwaltschaft Siegen und die Polizei in Hagen mitteilten. Zudem fanden Beamte Gegenstände und Dokumente, die auf eine „deutlich rechtsgerichtete“ Gesinnung schließen ließen. Mittwochabend wurde ein Haftbefehl ausgestellt.

Nun veröffentlicht die Bild neue Details über den Mann. Demnach sei der 69-Jährige, ein ehemaliger Berufssoldat, ein „Waffennarr“ gewesen. Bereits in der Vergangenheit sei der Verdächtige wegen Waffenschmuggels und wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt worden, so die Bild. „Als Junge streifte der schon mit dem Metalldetektor durch die Wälder und schleppte Blindgänger und Weltkriegsmunition nach Hause“, erzählte eine Nachbarin der Bild.

Polizei findet Waffenlager: Mann begeht Suizid

Erstmeldung vom 11. August: Attendorn/München – Am Mittwoch (10. August) hat die Polizei Hagen in Attendorn (Nordrhein-Westfalen) ein Waffenlager ausgehoben. Im Zuge des Einsatzes wurde ein 69-Jähriger vorläufig festgenommen. Nach Angaben der Polizei sowie der ermittelnden Staatsanwaltschaft Siegen stand der Mann unter dem Verdacht, Kriegswaffen als auch entsprechende Teile und Munition dafür zu besitzen.

Auch die Wohnung des Verdächtigen wurde durchsucht. „Bei der Durchsuchung stießen die Beamten auf Gegenstände und Dokumente, die auf eine deutlich rechtsgerichtete Gesinnung des 69-jährigen Attendorners schließen ließen“, hieß es in einer Mitteilung der Polizei. Zudem wurden auf dessen Grundstück verschiedene Waffen und Munition beschlagnahmt. Diese könnten unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen.

Ein Polizist aus Nordrhein-Westfalen steht vor einem Einsatzfahrzeug
Die Polizei in NRW hat ein Waffenlager ausgehoben. Ein Verdächtiger beging offenbar Selbstmord. (Symbolbild) © David Inderlied/dpa

Polizei findet Waffenlager in Attendorn - Verdächtiger (69) sprengt sich am Tag nach der Razzia in die Luft

Am Mittwochabend setzte der Haftrichter des Amtsgerichts Olpe nach Polizeiangaben den Haftbefehl gegen den Mann unter Meldeauflagen aus. Einen Tag später spitzte sich der Fall dramatisch zu. Der 69-Jährige sprengte sich einem Bericht der Bild zufolge in einem Waldstück im Sauerland in die Luft. Demnach habe der Mann dort einen Sprengstoffbunker gehabt. Einsatzkräfte würden die Gegend um den Bunker am Donnerstagnachmittag (11. August) noch nach Sprengfallen absuchen.

Die Polizei geht von einem Selbstmord aus: „Nach bisherigen Ermittlungen ist von einem Suizid auszugehen, welcher sich unweit der Wohnanschrift des Mannes ereignet hat.“ Man habe zuvor „Hinweise zu dem Tod des 69-Jährigen“ erhalten. 

Der ermittelnde Oberstaatsanwalt erklärte außerdem, dass der 69-Jährige bereits vorbestraft war. „Der Mann ist wegen mehrerer ähnlich gelagerter Delikte einschlägig bekannt, hat auch schon Haftstrafen verbüßt“, sagte er bereits am Mittwoch (10. August) während einer Pressekonferenz.

Haben Sie suizidale Gedanken oder haben Sie diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter http://www.telefonseelsorge.de (kh mit afp)

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