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Polizisten überfahren verletzte Katze – mit voller Absicht: „Ihr Kopf lag noch unter dem Reifen“

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Katze mit schwarz weißem Fell
Eine Katze (Symbolfoto) liegt schwer verletzt auf der Landstraße. Polizei fährt das Tier tot. © imago

Schwerverletzt lag eine Katze auf einer Landstraße. Die alarmierten Polizisten hatten nach eigenen Angaben keine Wahl. Die Beamten entschieden sich das Leiden der Katze zu beenden.

Lippe – Die Polizeibeamten wollten die Qual des Tieres möglichst schnell beenden. Ein Tierarzt sei „aufgrund der frühen Uhrzeit“ nicht in der Nähe gewesen. Die Beamten hätten sich „um tierärztliche Hilfe zur Erlösung der Katze“ bemüht, teilt die Polizei Lippe (Nordrhein-Westfalen) mit.

„Die Polizisten entschieden, das Leid der Katze selbst zu beenden“, heißt es weiter in der Mitteilung der Polizei. So wurde der „Streifenwagen eingesetzt“. Im Klartext heißt das: Die Polizisten überfuhren die verletzte Katze auf der Landstraße in Barntrup - mit Absicht!

NRW: Polizisten überfahren absichtlich verletzte Katze auf Landstraße – warum gab es keinen Gnadenschuss?

Kein Tierarzt war offenbar erreichbar, auch ein Gnadenschuss war nach Einschätzung der Polizeibeamten vor Ort unmöglich. „Eine Schussabgabe an der Fundstelle des Tieres wäre zu gefährlich gewesen und aufgrund der schweren Verletzungen schlossen die Polizeibeamten ein Bewegen des Tieres aus.“

„Als ich unter das Polizeiauto guckte, sah ich meine Katze. Sie war tot. Ihr Kopf lag noch unter dem Reifen“, sagte ein Landwirt der Bild-Zeitung.

Der Vorfall ereignete sich bereits am 30. August gegen 6.30 Uhr auf einer Landstraße im Kreis Lippe (Nordrhein-Westfalen). Ein unbekannter Autofahrer hatte offenbar die Katze angefahren. Das Tier lag schwerverletzt auf der Straße.

Verdacht auf Tierquälerei: Anwohner erstellt Anzeige gegen Polizeibeamte wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz

Die Pressemitteilung wurde am Mittwoch (7. September 2022) veröffentlicht. Ein Anwohner hat demnach gegen die Polizeibeamten Strafanzeige wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt, ist in der Mitteilung weiter zu erfahren. Die Staatsanwaltschaft in Detmold ermittelt in dem Fall.

„Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte müssen leider regelmäßig mit verletzten Tieren umgehen, meist im Rahmen von Wildunfällen, was nicht immer leicht fällt. Das Tierwohl steht stets im Vordergrund. Leider gibt es manchmal keine Möglichkeit, das verletzte Tier zu retten“, schreibt die Polizei Lippe. Bei Unfällen mit Wildtieren wird normalerweise ein Jäger oder Veterinär gerufen, um das Tier zu erlösen und unnötiges Leid und Schmerzen zu ersparen. Ob das Überfahren in diesem Fall tatsächlich die einzige Wahl gewesen ist, muss jetzt die Justiz klären. (ml)

Ein schockierender Fall von Tierquälerei hat sich in Bayern ereignet: Ein Unbekannter übersäte einen Spielplatz mit den Teilen einer getöteten Katze.

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