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Pony-Risse: Ministerium prüft Rechtslage für Wolf-Abschuss

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Ein Wolf steht in einem Wildpark im Gehege
Ein Wolf steht in einem Wildpark im Gehege. © Oliver Berg/dpa/Symbolbild

Nach der Tötung mehrerer Ponys im Wolfsgebiet Schermbeck hat das NRW-Umweltministerium ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben. „Die aktuelle räumliche und zeitliche Häufung von Übergriffen gibt Anlass, die derzeitige Lage erneut genau zu prüfen und gegebenenfalls neu zu bewerten“, teilte das Ministerium am Dienstag in Düsseldorf auf Anfrage mit. Die „NRZ“- und die „Bild“-Zeitung hatten zuvor berichtet.

Düsseldorf - Das Gutachten soll klären, ob ein Wolf als verhaltensauffällig gelten und zur „Entnahme“, sprich Abschuss, freigegeben werden muss. Wölfin Gloria, auf deren Konto die meisten Risse in dem Gebiet gehen sollen, wird vom Ministerium dabei nicht namentlich erwähnt. Die DNA-Analysen der letzten Vorfälle lägen noch nicht vor, hieß es dazu. Im Oktober waren drei Ponys und ein Kleinpferd gerissen worden.

Die Förderung von Schutzmaßnahmen gegen den Wolf soll auf Pferde und Kleinpferde ausgeweitet werden, hatte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) danach angekündigt. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hatte eine Entnahme der Wölfin Gloria im Mai noch abgelehnt.

Ein Schäfer hatte beantragt, dass Gloria als Problemwolf entnommen wird. Er hatte 29 Tiere - 26 Prozent seiner Herde - eingebüßt. Doch das Gericht zeigte sich in Düsseldorf nicht überzeugt, dass dem Schäfer auch in Zukunft ernsthafter Schaden drohe, weil die Vorfälle stark rückläufig waren.

Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die Wölfin auf das Reißen von Schafen spezialisiert habe. Der Schäfer wollte den Kreis Wesel, zu dem Schermbeck zählt, verpflichten, eine Ausnahmegenehmigung nach dem Bundesnaturschutzgesetz zu erteilen, damit die Wölfin als verhaltensauffällig getötet werden darf.

Der Wolf gehört zu den streng geschützten Tierarten, seine Tötung ist nur in Ausnahmefällen möglich. Schermbeck liegt rechtsrheinisch zwischen Niederrhein und Münsterland. dpa

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