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Prozess: Angeklagter soll Freund wegen Spiel getötet haben

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Justitia in Ulm
Vor dem Landgericht in Ulm hält eine Statue der Justitia eine Waagschale. © Stefan Puchner/dpa/Symbolbild

Nach dem gewaltsamen Tod eines 76-Jährigen in seiner Bonner Wohnung steht ein Angeklagter seit Donnerstag wegen Totschlags vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 39-Jährigen vor, den alten Mann am ganzen Körper derart geschlagen und getreten zu haben, dass er an den Folgen der Verletzungen starb.

Bonn - Das Opfer hatte den Obdachlosen und dessen Hund bei sich aufgenommen. Der Angeklagte räumte vor Gericht ein, dass es in der engen Wohnung häufig Streit gegeben habe, weil der 76-Jährige ständig am Computer gespielt habe. „Das permanente Klicken des Joysticks hat mich wahnsinnig gemacht.“ Er habe vergeblich versucht ihn mit Schlägen auf die Beine davon abzubringen.

Am Morgen des 30. Juni 2021 habe er den Freund dann leblos auf dem Sofa gefunden. Daraufhin habe er seine Sachen gepackt und sei zu seiner Schwester gezogen. Ein Nachbar, der sich Sorgen um den 76-Jährigen gemacht hatte, informierte die Polizei, die die Leiche des Mannes fand. Drei Tage später wurde der 39-Jährige verhaftet und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

„Ich kann heute noch nicht fassen, dass mein Freund gestorben ist“, sagte der Angeklagte zum Prozessauftakt. „Ich kann nicht glauben, dass ich für seinen Tod verantwortlich sein soll.“ Das Bonner Landgericht hat vier weitere Verhandlungstage angesetzt. dpa

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