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Schnell eine Arbeit: Bahn bietet Jobberatung für Ukrainer

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Jobberatung
Ein Plakat mit der Aufschrift „Job in Germany“ liegt bei einem Beratungsgespräch auf dem Tisch. © Oliver Berg/dpa

Viele Ukrainer suchen in Deutschland nun einen Job - und viele Unternehmen suchen Arbeitskräfte. Die Deutsche Bahn hat an einigen Knotenpunkten Beratungszentren eröffnet, um Geflüchtete zu akquirieren.

Köln - Liubov hat in der Ukraine ein Ingenieurstudium abgeschlossen und war dann als Beamtin beschäftigt. „Ich würde hier gerne als Bürokraft arbeiten“, sagt die 27-Jährige am Donnerstag in Köln. Nahe dem Hauptbahnhof sitzt sie mit einigen anderen jungen Frauen im Jobberatungszentrum der Deutschen Bahn (DB). Dort sollen nun ukrainische Geflüchtete zu Berufsperspektiven beraten werden - und möglichst gleich konkrete Angebote erhalten. Auch in Berlin und Frankfurt hat die DB in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) solche Zentren zur Jobvermittlung eingerichtet.

„Wir möchten den Menschen Perspektiven für ein längeres Bleiben in Deutschland geben“, sagt Bianca Cristal, Geschäftsführerin der BA-Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen. Dies sei für viele Geflüchtete der nächste Schritt, um ein Stück Normalität zurückzugewinnen. Momentan böten sich viele Chancen zur Integration in den Arbeitsmarkt.

Allein die DB hat nach Angaben von Personalvorstand Martin Seiler „permanent 3000 bis 4000 Stellen offen“. Erste ukrainische Geflüchtete habe das Unternehmen bereits eingestellt, etwa als Bauingenieure, an der Telefon-Hotline oder im IT-Bereich.

Im Beratungszentrum solle zunächst in einem Einzelgespräch herausgefunden werden, welche Qualifikationen und Wünsche ein Interessent hat und welche Stellen dafür infrage könnten, erläutert Seiler. Danach könne man vier Wochen in den entsprechenden Bereich hineinschnuppern. Wenn dann alles passt, schließe sich ein achtwöchiger Vorbereitungskurs an, in dem unter anderem auch Sprachkenntnisse vermittelt würden. „In dieser Zeit sind die Menschen schon bei uns angestellt und erhalten Geld“, betont Seiler.

Viele der Geflüchteten seien gut ausgebildet und hätten schon länger in einem Beruf gearbeitet, sagt Cristal. „Wir wollen die Menschen ihrer Qualifikation entsprechend vermitteln.“ Auch für Deutsch-Kurse und Kinderbetreuung müssten ausreichend Kapazitäten her.

Die BA hat zudem eine kostenfreie bundesweite Hotline aufgebaut, bei der allein aus NRW mehr als 20 Mitarbeiter in ukrainischer oder russischer Sprache Informationen zum Thema Arbeitsmarkt geben können. Nach Angaben eines Sprechers sind schon zahlreiche Anrufe eingegangen. dpa

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