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Tornado-Zerstörung in NRW: Wetter-Experte warnt – „Deutschland ist nicht vorbereitet“

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Von: Patrick Huljina

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In den kommenden Jahren wird auch in Deutschland mit einer Zunahme von Extremwetterereignissen gerechnet. Die Vorbereitung ist laut Experten ausbaufähig.

Paderborn - Das Wetter kann große Schäden anrichten. Sturmtief „Emmelinde“ hat am vergangenen Freitag (20. Mai) in Nordrhein-Westfalen in mehreren Städten eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) gab es gleich mehrere Tornados. Allein in Paderborn wurden 43 Menschen verletzt, darunter 13 schwer. Weit mehr als 100 Gebäude weisen nach einer ersten Bilanz der Stadt Sturmschäden auf.

Tornado-Zerstörung in NRW: „Schneise der Verwüstung“ in Paderborn

Der Tornado hatte in Paderborn eine etwa 300 Meter breite und fünf Kilometer lange Schneise der Verwüstung quer durch die Großstadt angerichtet. Das schilderten die örtlichen Behörden. Bürgermeister Michael Dreier (CDU) berichtete am Samstag (21. Mai) von Bäumen und Ampeln, die wie Streichhölzer umgeknickt worden seien. Aufgewirbelte Dachziegel hätten sich in die Fassaden benachbarter Häuser „gefressen“.

Der DWD bestätigte insgesamt drei Tornado-Verdachtsfälle in NRW: in Paderborn, Lippstadt und Höxter. Die Tornados hätten sich in Zusammenhang mit kräftigen Gewittern gebildet und seien kleinräumig aufgetreten.  

Mehrere Tornados haben in NRW am Freitagnachmittag massive Schäden verursacht.
Mehrere Tornados haben in NRW am Freitagnachmittag massive Schäden verursacht. © David Inderlied/dpa

Die Schäden, die durch die Tornados entstanden sind, zeigen laut NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), dass auch in Deutschland mit häufigeren Extremwetter-Ereignissen gerechnet werden muss. „Wenn man heute diese Schneise der Verwüstung hier sieht, dann fasst das einen schon an. Dann sieht man, dass das eben auch bei uns leider möglich ist, und wir müssen uns darauf einrichten, dass so etwas hier häufiger passiert“, sagte er in Paderborn. Man müsse auf solche Ereignisse vorbereitet sein.

Tornado-Zerstörung: Wetter-Experte warnt – „Deutschland ist nicht vorbereitet“

Nach Ansicht des Wetter-Experten Jörg Kachelmann ist Deutschland das nicht. „Der Paderborner Tornado war nicht einmal besonders stark, trotzdem sind die Opferzahlen unheimlich hoch“, sagte er dem Spiegel laut einer Meldung vom Sonntag (22. Mai). „Das zeigt: Deutschland ist nicht vorbereitet“, so Kachelmanns Fazit.

Spätestens ab Freitagnachmittag sei erkennbar gewesen, welche Orte betroffen sein könnten. „Eine knappe halbe Stunde, bevor der Tornado durch Paderborn zog, hat man eine stark rotierende Gewitterwolke in der Region gesehen, mit Zugrichtung Paderborn“, sagte der Wetter-Experte. „Ab dann tickt die Uhr.“ In den USA würden ab einem solchen Zeitpunkt Sirenen heulen und Livestreams laufen. Das müsse auch in Deutschland etabliert werden, „sonst wird es sehr gefährlich“, warnte Kachelmann.

Am Montag (23. Mai) drohen erneut Unwetter – besonders in Bayern und Baden-Württemberg. (ph/dpa/afp)

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