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Uniper schreibt Nord-Stream-2-Darlehen komplett ab

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Nord Stream 2
Ein Schild mit der Aufschrift „Nord Stream 2 Committed Reliable Safe“ hängt über einer Landkarte. © Stefan Sauer/dpa/Archivbild

Der Energiekonzern Uniper schreibt das Darlehen für die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 komplett ab. Es hat ein Volumen von 987 Millionen Euro inklusive Zinsen. Dennoch hält das Unternehmen an seinem Geschäftsausblick für dieses Jahr fest, wie Uniper am späten Montagabend mitteilte.

Düsseldorf - Die Abschreibung wird sich laut Uniper im ersten Quartal auf das berichtete Konzernergebnis auswirken, habe aber keinen Einfluss auf die bereinigten Ergebniszahlen. Zudem entfallen die damit verbundenen Zinserträge von rund 100 Millionen Euro pro Jahr für das Unternehmen. Für 2022 erwartet Uniper einen bereinigten Gewinn von 0,8 bis 1,1 Milliarden Euro.

Zuvor hatten die BASF-Mehrheitsbeteiligung Wintershall Dea und der österreichische Ölkonzern OMV bereits mitgeteilt, ihre Finanzierung an Nord Stream 2 von ebenfalls rund einer Milliarde Euro abzuschreiben. Der britisch-niederländische Öl- und Gaskonzern Shell hatte Ende Februar angekündigt, aus dem Projekt aussteigen zu wollen.

Der fünfte und letzte ausländische Finanzier der Pipeline, die französische Engie-Gruppe, hatte Anfang März mitgeteilt, dass sie als Darlehensgeber ein Kreditrisiko von bis zu 987 Millionen Euro trage, das sich im Falle eines Konkurses von Nord Stream 2 auswirken könnte.

Angesichts des Ukraine-Kriegs ist die Zukunft der direkten Gaspipeline zwischen Russland und Deutschland ungewiss. Die Bundesregierung hat das Genehmigungsverfahren für den Betrieb der Erdgasleitung ausgesetzt. Die Pipeline war nach Angaben des russischen Gaskonzerns Gazprom im September fertig und soll Gas von Russland nach Deutschland bringen. Der Betreiber der Pipeline mit Sitz im Schweizer Kanton Zug soll nach Angaben einer Behördenvertreterin vor dem Aus stehen.

Uniper wird keine neuen langfristigen Lieferverträge für Erdgas mit Russland abschließen, wie das Unternehmen weiter mitteilte. An den bestehenden Verträgen hält Uniper aber fest. Außerdem wird das Flüssiggas-Projekt in Wilhelmshaven wieder aufgenommen und die Bezugsquellen sollen verstärkt diversifiziert werden.

Sollte es zu einer begrenzten und kurzfristigen Drosselung der Gasflüsse aus Russland kommen, werde Uniper voraussichtlich in der Lage sein, den Ausfall weitergehend kompensieren zu können, hieß es weiter. Erhebliche Unterbrechungen der Gasflüsse würden hingegen die Stabilität des deutschen Gassystems gefährden.

Für diesen Fall hält das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz einen Notfallplan vor. Nach aktuellem Stand sieht das Ministerium aber keinen Grund, ihn zu aktivieren. Am Montag hatte der russische Vize-Regierungschef Alexander Nowak in einer ausgestrahlten Rede im Staatsfernsehen erstmals offen mit einem Gas-Lieferstopp durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 gedroht. dpa

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