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Mehr als 140.000 Neuinfektionen: Corona-Welle schwappt über Kliniken - erste Notaufnahmen bereits geschlossen

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Von: Jennifer Lanzinger

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Das RKI meldet trotz warmer Temperaturen stark steigende Corona-Zahlen, auch die Inzidenz bleibt weiter hoch. Personalausfälle lassen in Kliniken die Sorgen wachsen.

Berlin - In den Sommer und die warmen Temperaturen hatten viele Experten Hoffnungen in der Corona-Pandemie gesetzt - auf eine deutliche Entspannung und vor allem weniger Maßnahmen. Während sich die Lage in den vergangenen Monaten tatsächlich entspannt hatte, zieht die Inzidenz nun seit kurzem wieder an. Nun führt die Sommer-Welle sogar zu erheblichen Personalausfällen, erste Stationen müssen bereits zeitweise geschlossen werden.

Corona in Deutschland: Kliniken kämpfen mit Personalmangel

Der zunehmende Ausfall von Klinikpersonal durch die Corona-Sommerwelle lässt bei Krankenhäusern und Medizinern die Besorgnis wachsen. „Aus allen Bundesländern erreichen uns Meldungen, dass einzelne Stationen und Abteilungen auch wegen Personalmangel abgemeldet werden müssen“, sagte der Vorstandschef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sogar Notaufnahmen seien betroffen, zeitweise würden auch diese bei Rettungsleitstellen abgemeldet. „Diese Situation besorgt uns erheblich mit Blick auf den bevorstehenden Herbst.“

Corona-Inzidenz steigt erneut deutlich - RKI meldet mehr als 140 000 Neuinfektionen

Trotz sommerlicher Temperaturen bleiben die Infektionszahlen nicht so niedrig, wie zu Beginn des Sommers viele gehofft haben dürften. Am Dienstag meldete das Robert Koch-Institut 147.489 Corona-Neuinfektionen, in der Vorwoche lag der Wert ebenfalls relativ hoch mit 142.329 neuen Ansteckungen an einem Tag. Auch die Inzidenz bleibt weiter auf einem hohen Niveau, am Dienstag bezifferte das RKI den Wert mit 687,7, am Vortag hatte die Inzidenz noch bei 650,7 gelegen. Wie viele Menschen aktuell tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert sind, dürfte ein Rätsel bleiben. Experten schätzen die tatsächliche Zahl etwa doppelt so hoch, weil viele Infizierte keinen PCR-Test mehr machen und damit nicht erfasst werden. Hintergrund dürfte auch Karl Lauterbachs Testwende sein.

Der wissenschaftliche Leiter des Intensivbettenregisters, Christian Karagiannidis, sagte der Rheinischen Post am Dienstag: „Die Intensivbelegung steigt zwar nur moderat, allerdings ist die Belegung für einen Sommer relativ hoch, und die zur Verfügung stehenden Betten werden auf Grund des Personalmangels immer weniger.“ Daher sei jetzt die Zeit zu nutzen, um Kapazitäten optimal zu verteilen. „Hierzu gehören regionale Netzwerke zur bestmöglichen Patientenverteilung nach Versorgungsstufe. Kooperation, aber auch Entlastung des Personals wird in diesem Herbst und Winter das Gebot der Stunde“, sagte Karagiannidis, der auch im Expertenrat der Bundesregierung sitzt.

Corona-Zahlen steigen rapide an: Experten fordern bereits Rückkehr erster Maßnahmen

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen rief angesichts gestiegener Infektionszahlen dazu auf, in Innenräumen Masken zu tragen. Dass dies vielfach nicht der Fall sei, mache es dem Virus „superleicht“, sagte Dahmen im ARD-Morgenmagazin am Dienstag. Dahmen forderte ferner eine Kampagne im Sommer für zweite Auffrischimpfungen. Diese sollten nicht nur bei über 70-Jährigen, sondern auch flächendeckend bei Menschen über 60 Jahren und mit Vorerkrankungen vorgenommen werden. Auch sollte geprüft werden, ob nicht alle Erwachsenen diese vierte Impfung erhalten sollten, um mit „frischem Impfschutz“ besser im Herbst geschützt zu sein als in den vergangenen Jahren.

Die Chefin der Bildungsgewerkschaft GEW, Maike Finnern, forderte Rechtsgrundlagen für Masken- und Testpflichten, um Schulschließungen im Herbst zu vermeiden. „Dazu gehört die Möglichkeit einer Maskenpflicht, wenn die Infektionszahlen weiter stark steigen. Dazu gehört aber auch die Möglichkeit, bei hohen 7-Tage-Inzidenzen wieder regelmäßige Tests in den Bildungseinrichtungen einzuführen“, sagte sie dem RND. Man müsse alles dafür tun, erneute Schul- und Kitaschließungen zu verhindern.

Der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, erwartet bei hohem Infektionsgeschehen wieder Schließungen einzelner Lerngruppen oder Schulen, wie er dem RND sagte. Beckmann forderte daher, dass alle Schulen digital so ausgestattet sind, dass Schülerinnen und Schüler auch bei notwendigem Distanzunterricht digital erreichbar sind.

Zudem könnte eine neue Corona-Mutation das Infektionsgeschehen weiter antreiben. Eine neue Omikron-Variante BA.2.75 ist aufgetaucht – auch in Deutschland. Ein britischer Virologe bezeichnet diese Entdeckung als „alarmierend“.

Das Corona-Infektionsgeschehen ist dynamisch: Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz ist am Mittwoch (6. Juli) wieder gesunken. Das RKI gibt einen Wert von 678,8 an.

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