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Massive Tierquälerei in Deutschland: Brutale Schock-Videos aufgetaucht - Polizei greift bei Razzia ein

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Von: Christina Denk

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Nachdem der Mitarbeiter auf die Kuh eingeschlagen hat, wird sie an einer Seilwinde in den Anhänger gezogen.
Tierquälerei in der Tiersammelstelle: Nachdem der Mitarbeiter auf die Kuh eingeschlagen hat, wird sie an einer Seilwinde in den Anhänger gezogen. © Screenshot Funk/SOKO Tierschutz

Die Polizei führte nach Anschuldigungen der Tierquälerei mehrere Razzien durch. Videos zeigen das Ausmaß der Brutalität.

Werne - „An Brutalität eigentlich kaum zu überbieten“: Nach Vorwürfen der Tierquälerei hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen einige Razzien durchgeführt. Betroffen war unter anderem eine Sammelstelle für Tiere in Werne. Die Aufnahmen, die der Tierschutzorganisation SOKO Tierschutz zugespielt wurden, zeigen grausame Bilder.

Massive Tierquälerei: Aufnahmen zeigen, wie ein Mitarbeiter auf die wehrlose Kuh einschlägt

Ein Mitarbeiter der Sammelstelle schlägt mehrfach mit einem langen Rohr auf die Kuh ein. Das Video zeigt, dass das Tier offenbar nicht mehr laufen kann. Nachdem es nach den Schlägen auf dem Boden liegt, wird es an einer Seilwinde in den Anhänger gezogen. Zuvor tritt der Mitarbeiter noch einmal gegen ihren Kopf. Die Aufnahmen zeigt die ARD in einer kurzen Reportage.

Szenen, die auch Friedrich Mülln, Mitglied von SOKO Tierschutz, erschrecken. „Ich seh eine Menge grausame Dinge“, fängt er im Interview an. „Aber was der [Mitarbeiter] da veranstaltet, mit einer Brutalität und Kaltblütigkeit und Verachtung gegenüber diesen Milchkühen, die eh nicht mehr können, das sucht seinesgleichen“, so Mülln. Er sei froh, dass die Polizei nun entsprechende Maßnahmen ergreife.

Ein Video zeigt, wie der Mann mit einem Stock auf die Kuh eindrischt. Die Polizei leitete Ermittlungen ein.
Ein Video zeigt, wie der Mann mit einem Stock auf die Kuh eindrischt. Die Polizei leitete Ermittlungen ein. © Screenshot Funk/SOKO Tierschutz

Massive Tierquälerei auf Sammelstation: Ministerin schockiert - die Polizei handelt direkt

Die Tiersammelstelle kümmert sich vor allem um Rinder und Pferde, bevor sie zu einem Schlachthof gebracht werden. Viele von ihnen sind nicht transportfähig oder krank. Auch Sylvia Heesen, Landwirtschaftsministerin von NRW, zeigt sich schockiert, als sie die Aufnahmen von der ARD vorgelegt bekommt. „Das ist an Brutalität eigentlich kaum zu überbieten“, so Heese. „Aus meiner persönlichen, fachtierärztlichen Auffassung, haben wir es hier eindeutig mit tierschutzrechtlichen Straftaten zu tun und das ist völlig egal, was mit diesem Tier dann letztendlich passiert, wenn es tot ist“, erklärt sie weiter. Der Tierschutz gelte bis zum Tod eines Tieres. Ob Schlachttier oder Reitpferd ist dabei egal. Auch das Verladen von transportunfähigen Tieren wäre verboten.

Die Polizei schätzte die Lage offenbar ähnlich ein. Bereits am Freitag darauf wurde die Sammelstelle von den Behörden geschlossen. Sie darf nun vorerst keine Tiere mehr annehmen oder weitertransportieren. Zwei Beschäftigten wurde ein generelles Umgangsverbot mit Tieren auferlegt.

Razzia gegen Tierquälerei auch an anderen Orten: Grüne sehen Grundsatzproblem

Auf die Aufnahmen und Anschuldigungen reagierte die Firma Mecke GmbH, die neben der Sammelstelle auch eine Metzgerei, einen Schlachthof und eine Firma für Tierfutter betreibt, nicht persönlich. Über einen Anwalt ließ sie mitteilen, dass alle ihre Mitarbeiter für den Umgang mit Tieren geschult würden. „An allen Standorten legen unsere Mandanten höchsten Wert auf respektvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit Tieren“, heißt es. Die Vorwürfe wollen sie laut wa.de mit den Behörden aufarbeiten*.

Die Mecke GmbH war nicht das einzige Ziel einer Razzia in der vergangenen Woche. Auch die Viehhandlung Hunecke in Westerkappeln wurde unter die Lupe genommen. Sie soll nicht transportfähige Tiere zum Schlachthof in Werne geliefert haben. Hunecke ist kein unbeschriebenes Blatt. Bereits 2018 war das Unternehmen in einen Skandal um kranke Tiere verwickelt.

Der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Landtag von NRW, Norwich Rüße, sieht ein generelles Problem in der Industrie. „Jeder weiß, dass diese [kranken] Tiere zum Schlachthof gehen, obwohl sie da nichts mehr verloren hätten. Da haben wir im Milchviehsektor ein massives Problem. Im Prinzip ist das die letzte Stufe eines völlig fehlgelaufenen Systems“, lautet sein Urteil.

Der Vorfall ist in der Tat kein Einzelfall. Immer wieder gab es in der Vergangenheit Verfahren und Anschuldigungen wegen Tierquälerei. Meist helfen Videos, um die Straftaten aufzudecken. So, wie im vergangenen Jahr in einem Betrieb im Allgäu.(chd) *Merkur.de und wa.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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