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Infektionszahlen in München steigen: Lauterbach wettert über fehlendes Schutzkonzept auf dem Oktoberfest

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Von: Linus Prien

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Nach über einer Woche Oktoberfest lassen sich steigende Infektionszahlen in München erkennen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bemängelt das Schutzkonzept auf der Wiesn.

Berlin - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich via Twitter über steigende Coronazahlen in Bayern geäußert. Mit Hinblick auf das Oktoberfest sagte der SPD-Politiker: „Das Oktoberfest wäre mit Testen vor Einlass sicherer gewesen und nicht weniger schön. Bei den Preisen pro Mass wären die Tests auch noch bezahlbar gewesen. Jetzt werden in der Folge mehr schwere Verläufe und #LongCovid Fälle behandelt werden müssen.“

Corona-Zahlen in München: Infektionsanstieg infolge des Oktoberfests

Eineinhalb Wochen nach Beginn des Oktoberfestes steigen die Infektionen mit dem Coronavirus immer schneller. Auf Wochensicht ist die Inzidenz um knapp 77 Prozent auf 424,9 gestiegen, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Dienstag (27. September) hervorgeht. Das ist deutlich mehr als der bayernweite Anstieg von 43,1 Prozent oder der deutsche von 29,4 Prozent. Die Inzidenz ist die Zahl der erfassten Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Menschen binnen sieben Tagen.

Da die Gesundheitsämter an Wochenenden praktisch keine neuen Fälle an das RKI melden, die dieses in die Zahlen des jeweils nächsten Morgens einrechnen kann, ist Dienstag in der Regel der erste Tag der Woche, an dem sich deutliche Anstiege in den Inzidenzen zeigen.

Corona-Zahlen in München: Infektionsanstieg war zu erwarten

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Rande der WHO Regionalkonferenz in Tel Aviv.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach © IMAGO/Xander Heinl/photothek.de

Ein Zusammenhang des Anstiegs mit dem Oktoberfest lässt sich derzeit zwar kaum beweisen, er liegt aber nahe: Auch bei anderen Volksfesten hatte sich häufig etwa eineinhalb Wochen nach Beginn ein deutlicher Anstieg in den Inzidenzen gezeigt. Oft waren diese dann noch gut eine Woche weiter gestiegen. Auch Experten hatten im Vorfeld des Oktoberfest eine Wiesn-Welle vorhergesagt.

Der Infektiologe und Pandemie-Beauftragte des Universitätsklinikums rechts der Isar der TU München, Christoph Spinner, sah dem Oktoberfest vor Beginn ohne größere Corona-Sorge entgegen. Einen Anstieg der Coronainfektionen antizipierte der Forscher zwar. Dennoch prognostizierte er keine Überlastung der Krankenhäuser. Zudem warnte Spinner Menschen aus Hochrisikogruppen vor einem Besuch und riet zur Impfung gegen das Coronavirus. (lp/dpa)

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