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Omikron-Subtyp BA.5: Anteil in Deutschland wächst – „Eine Variante, die man nicht haben möchte“

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Von: Patrick Huljina

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Der Omikron-Subtyp BA.5 hat zuletzt in Portugal für einen rasanten Anstieg der Corona-Zahlen gesorgt. Nun nimmt der Anteil der Variante auch in Deutschland zu.

Berlin - In Deutschland ist die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in den vergangenen Wochen stetig zurückgegangen. Dieser Trend könnte nun vorerst gestoppt sein. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) stagnierten die Fallzahlen in der vergangenen Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in den vergangenen Tagen sogar leicht angestiegen und liegt bei 261,3 (Vortag: 221,4). Ein möglicher Grund: der wachsende Anteil der Omikron-Subvariante BA.5.

Omikron-Subtyp BA.5: Anteil in Deutschland wächst – steigende Corona-Zahlen in Portugal

Wie das RKI in seinem neuen Wochenbericht vom Donnerstagabend (2. Juni) mitteilte, verdoppelte sich der Anteil des Subtyps zuletzt von Woche zu Woche – allerdings noch auf niedrigem Niveau. Die Entwicklung im Detail: Ende April machte BA.5 noch 0,6 Prozent der untersuchten positiven Proben aus. In den Folgewochen waren es bereits 1,2 und 2,5 Prozent. Der aktuellste verfügbare Wert für vorvergangene Woche liegt bereits bei 5,2 Prozent. Sollte sich der Trend fortgesetzt haben, wäre aktuell also von einem noch höheren Anteil auszugehen.

Die steigenden Corona-Zahlen in Portugal haben zuletzt für eine große Aufmerksamkeit in Sachen Omikron-Subtyp BA.5 gesorgt. Trotz der hohen Impfquote von 87 Prozent stiegen in dem beliebten Urlaubsland zuletzt auch die Zahl der Krankenhauspatienten und die Sterblichkeit im Zusammenhang mit Covid-19. Weltärztechef Frank Ulrich Montgomery warnte bereits vor einer Ausbreitung der Sublinie in Deutschland. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte die Sublinie als Teil von Omikron als besorgniserregend ein.

Corona: Lauterbach warnt vor BA.5 – „Eine Variante, die man nicht haben möchte“

„Das ist auf jeden Fall eine Variante, die man nicht haben möchte und wo wir gut vorbereitet sein müssen“, sagte Gesundheitsminister Karl Lauterbach im ZDF-„heute journal“ zum Omikron-Subtyp BA.5. „Sie ist auf jeden Fall ansteckender und gefährlicher als die ursprüngliche Omikron-Variante BA.1“, erklärte der SPD-Politiker.

In Deutschland dominiert aktuell (Stand: 3. Juni) die Omikron-Sublinie BA.2, mit deutlich über 90 Prozent. Zum jetzigen Zeitpunkt wisse man noch nicht, ob BA.5 gefährlicher sei als dieser Subtyp, so Lauterbach. Für den Gesundheitsminister ist klar: der Omikron-Subtyp BA.5 könnte im Herbst „durchaus die Variante sein, mit der wir kämpfen müssen“. Die Vorbereitungen für die wohl anstehende Corona-Welle im Herbst laufen bereits „auf Hochtouren“.

Karl Lauterbach im ZDF-„heute journal“.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach will sich auf die Ausbreitung des Omikron-Subtyps BA.5 vorbereiten. © Screenshot/ZDF-„heute journal“

Omikron-Subtyp BA.5: Virologin Ciesek ordnet ein – Stöhr wirft Lauterbach Panikmache vor

Die Virologin Sandra Ciesek schrieb kürzlich auf Twitter: „Ich denke, BA.4/BA.5 werden sich auch hier durchsetzen.“ Ansteckungen drohten insbesondere dann, wenn eine vorherige Corona-Infektion oder Impfung schon länger zurückliege. Bisher gebe es zudem keine Beweise, dass sich die Krankheitsschwere mit den beiden Subtypen wesentlich verändert hat, schrieb Ciesek. Man müsse das allerdings weiter beobachten.

Der Virologe Klaus Stöhr hingegen sieht keine Gefahr durch die Ausbreitung des Omikron-Subtyps BA.5 und wirft Lauterbach Panikmache vor. „Dazu gehört dieses ganze Drohszenarium, was man wieder vom Gesundheitsministerium aufbaut“, sagte er dem Fernsehsender Welt. Es könne zwar sein, dass BA.5 wie in Portugal zu einem Wiederanstieg der Corona-Fälle führe. „An asymptomatischen Fällen, aber nicht auf den Intensivstationen, nicht in den Krankenhäusern – da ist völlige Entspannung“, entschärfte er jedoch. (ph mit dpa)

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