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Dauert Reise-Chaos noch Monate? Flughafen-Chef gibt düstere Prognose – „Sommer-Peaks kommen noch“

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Von: Patrick Huljina

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An vielen deutschen Flughäfen herrscht derzeit Chaos. Eine schnelle Besserung ist vorerst nicht in Sicht, erklärt der Chef des Frankfurter Airports.

Frankfurt - Flüge verspäten sich oder werden komplett gestrichen. Es gibt lange Warteschlangen. Bei der Gepäckausgabe kommt es immer wieder zu Problemen – einige Passagiere müssen den Airport sogar ohne ihre Koffer wieder verlassen. An den deutschen Flughäfen knirscht es derzeit gewaltig. Eine schnelle Besserung des Reise-Chaos ist wohl nicht in Sicht. Der Sommerurlaub – und damit die Hauptreisezeit – steht in vielen Bundesländern erst noch bevor.

Flughafen-Chef gibt düstere Prognose: „Die Sommer-Peaks kommen noch“

Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt werden die Abfertigungsprobleme nach Einschätzung des Betreibers noch mehrere Monate andauern. Zwei bis drei Monate werde man sich noch auf dem gegenwärtigen Niveau bewegen und auch noch weitere Flüge streichen müssen, sagte Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte. Mit Blick auf den Schulferienbeginn in Hessen und Rheinland-Pfalz am 23. Juli sagte er: „Die Sommer-Peaks kommen noch.“

In Frankfurt sind für die Monate Juli und August bereits mehrere hundert Flüge gestrichen worden. Die maximale Stundenkapazität des Flughafens wurde um 10 auf 94 Flugbewegungen pro Stunde abgesenkt, um die Abfertigung der verbleibenden Flüge zu verbessern. Das sei notwendig, um das System stabil zu halten, sagte Schulte. „Das totale Chaos haben wir bislang vermieden.“

An vielen deutschen Flughäfen bilden sich derzeit lange Warteschlagen – hier Ende Juni in Düsseldorf.
An vielen deutschen Flughäfen bilden sich derzeit lange Warteschlangen – hier Ende Juni in Düsseldorf. © David Young/dpa

Schulte erklärte, es gebe eine relativ hohe Unpünktlichkeit und lange Wartezeiten – insbesondere beim Gepäck. Dafür entschuldigte sich der Fraport-Chef bei den Passagieren. Die Verladung abgehender Flugzeuge sowie das Gepäck von Transit-Passagieren werden derzeit priorisiert. Wer in Frankfurt seine Reise beende, müsse daher auch schon mal zwei Stunden auf die Koffer warten. Zusätzlicher Aufwand entstehe, wenn die Fluggäste ohne Gepäck den Flughafen verließen, weil das Gepäck dann nachträglich zugestellt werden müsse. Vergleichsweise problemlos verliefen hingegen die Passagierkontrollen.

Reise-Chaos an deutschen Flughäfen: Entwicklungen im Laufe der Corona-Krise falsch eingeschätzt

Der Fraport-Chef räumte ein, die Entwicklung im Laufe der Corona-Krise falsch eingeschätzt zu haben. Die Abwanderung von Beschäftigten mit niedrigen Einkommen habe man aber selbst mit aufgestocktem Kurzarbeitergeld nicht verhindern können, weil diese Menschen auch auf die Schichtzulagen angewiesen seien. Sie hätten sich in anderen Branchen Jobs gesucht.

Fraport hat laut Schulte seit Spätsommer 2021 fast 1000 Leute wieder neu eingestellt. Es gebe allerdings Bedarf für mehrere hundert weitere. Er sei Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) dankbar, dass nun die schnelle Anwerbung von Aushilfen aus der Türkei ermöglicht werde, meinte Schulte. Er rechne zwar damit, dass ihr Einsatz noch rund zwei Monate auf sich warten lasse, aber auch das sei eine wichtige Entlastung. Ohnehin werde der Bedarf an Industrie-Arbeitskräften in den kommenden Jahren stark steigen.

Bei vielen Passagieren sorgt das Flughafen-Chaos für Wut und Verzweiflung. Am Flughafen München will man trotz des aktuellen Koffer-Chaos Probleme in den anstehenden Sommerferien verhindern. (ph/dpa)

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