1. Startseite
  2. Deutschland

Nach Lützerath-Demo: NRW-Innenminister Reul mit Vorwürfen gegen Neubauer – „Sie war bei den Radikalen“

Erstellt:

Von: Christina Denk

Kommentare

Bei der Großdemo nahe Lützerath durchbrachen Demonstranten die Polizeiabsperrungen. Luisa Neubauer soll dabei gewesen sein. Die Aktivistin kreidet indes die Polizeigewalt an.

Berlin – Nach der teilweise eskalierten Demo nahe Lützerath kochte die Diskussion hoch. Polizeigewalt? Schuld bei den Demonstranten? Nun erhebt NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) Vorwürfe gegen Luisa Neubauer. Die Klimaaktivistin habe mit den anderen Demonstranten die Polizeiabsperrungen durchbrochen.

Vorwürfe nach Lützerath-Demo: Luisa Neubauer soll Absperrungen mit durchbrochen haben

Sie sei „mit nach vorn marschiert“, beschuldigte Reul Neubauer in einem Gespräch mit Bild. „Die Versammlung war woanders, was macht sie da vorn?“ und „Sie war bei den Radikalen“, lautete sein Fazit nach der Lützerath-Demo. Auf eine Anfrage der Redaktion hat Luisa Neubauer zunächst noch nicht reagiert.

In einem Beitrag bei Anne Will nach der Demonstration sagte Neubauer, sie sei in der Gruppe gewesen, die auch am Tagebau entlanglief. Das Feld sei unübersichtlich gewesen und man habe keine genauen Einsätze mitbekommen. Wo genau sich Neubauer in der demonstrierenden Gruppe befand und ob sie die Polizeiabsperrung mit durchbrach, lässt sich damit nicht abschätzen.

Greta Thunberg und Luisa Neubauer bei der Demo in Lützerath.
Greta Thunberg und Luisa Neubauer bei der Demo in Lützerath. Neubauer wird vorgeworfen, Teil der stürmenden Demonstranten gewesen zu sein. © Oliver Berg/dpa

Neubauer und Reul nach Lützerath-Demo: Die Schilderungen weichen stark ab

Neubauer und Reul trafen bereits kurz nach der Lützerath-Demo, bei der sowohl Luisa Neubauer, als auch Greta Thunberg vor Ort waren, aufeinander. In der Politsendung Anne Will zeigten sich die verschiedenen Ansichten der Geschehnisse nahe dem Braunkohleabbaugebiet. Neubauer bezeichnete das Vorgehen der Polizei und den Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken als „völlig unverhältnismäßig.“

„Viele, die bei der Demo waren, haben danach berichtet, sie haben so eine Form von Polizeigewalt noch nie erlebt, wie geknüppelt wurde, wie Pfefferspray eingesetzt wurde, wie getreten wurde, wie da gerannt wurde, wie da wirklich eingeschlagen wurde, ich habe es auch erlebt“, fasste sie die Demo zudem auf Instagram in einem Live-Video zusammen.

Herbert Reul sah die Verantwortung dagegen bei den Demonstranten. Viele Menschen hätten sich nicht mehr an die Absprachen gehalten und seien durchgebrochen. „Dann flogen Steine, dann flogen Molotowcocktails, dann flogen Feuerwerkskörper“, so Reul in der Sendung. Wenn Aufforderungen nichts bringen, „dann muss die Polizei irgendwann zu Zwangsmitteln greifen und das Recht durchsetzen. Das haben dann die Demonstranten zu verantworten“, sagte Reul zudem in einem Interview mit IPPEN.MEDIA.

Aber auch dem Verdacht von unverhältnismäßigen Einsätzen wird derzeit nachgegangen. Jeder Fall „bei dem es den begründeten Verdacht gibt, dass Polizisten unverhältnismäßig Gewalt angewandt haben“, werde untersucht, so Reul im Interview. Bislang wurden fünf Strafverfahren eingeleitet. RWE fordert indes Schadensersatz von den Aktivisten in Lützerath. (chd)

Auch interessant

Kommentare