1. Startseite
  2. Deutschland
  3. Rheinland-Pfalz

CDU knüpft mit Jahrbuch an Ludwig Erhard an

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Gerd Schreiner
Gerd Schreiner (CDU) sitzt im Landtag. © Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Die Verbindung von Wohlstand mit Nachhaltigkeit ist das Anliegen einer Initiative aus der CDU-Fraktion in Rheinland-Pfalz. Abgeordnete und andere Autoren wenden sich in einem Buch gegen Verbote und plädieren für neue Techniken.

Mainz - Vor 65 Jahren hat Wirtschaftsminister Ludwig Erhard (1897-1977) unter dem Titel „Wohlstand für Alle“ sein Konzept der Sozialen Marktwirtschaft vorgelegt. Jetzt knüpft eine Gruppe von CDU-Landtagsabgeordneten daran an und hat die erste Ausgabe eines Jahrbuchs präsentiert, das sich mit den Möglichkeiten einer nachhaltigen Sicherung von Wohlstand beschäftigt.

„Kein Wohlstand ist für Christdemokraten auch keine Option“, sagte der Herausgeber Gerd Schreiner, der in seiner Fraktion das „Zukunftsfeld Klimaschutz und Landwirtschaft“ leitet. Die 20 Beiträge des Buchs mit dem Titel „Wohlstand edition 21“ seien eine Einladung zum Gespräch, erklärte er bei einer digitalen Präsentation der Neuerscheinung.

Es gehöre zum Verständnis einer „modernen Unionspolitik“, die Ideen Erhards weiterzuentwickeln, schrieb die nordrhein-westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser in ihrem Beitrag. Die Corona-Krise ebenso wie die Flutkatastrophe hätten „unsere Schwachstellen“ aufgezeigt und vor Augen geführt, wo gezielt Nachbesserungen nötig seien. In der Umweltpolitik sei aber „Fingerspitzengefühl gefragt, denn diese Zeit hält für die Gesellschaft ohnehin viele Zumutungen bereit“.

So zieht sich denn die Ablehnung von Verboten oder Verzicht wie ein roter Faden durch das Jahrbuch. Nachhaltigkeit sei „längst in der christlichen Demokratie verankert“, schreibt Sabine Wölkner als Abteilungsleiterin der Konrad-Adenauer-Stiftung und wendet sich gegen „apokalyptische Umwelt- und Klimaprophezeiungen“.

Eine persönliche Bereitschaft zum Verzicht nannte allerdings Schreiner in seinem Beitrag: Wenn er beim Kauf seines letzten Autos gewusst hätte, dass 43 Prozent der für die Produktion benötigten Energie allein für die Lackierung erforderlich seien, „hätte ich auf den schicken Metallic-Lack (...) verzichtet“.

Mehrere der 20 Beiträge geben Einblicke in Techniken, die ein nachhaltiges Wirtschaften unterstützen. So befasste sich der Abgeordnete Martin Brandl mit Wasserstoff als Energieträger, und der Abgeordnete Matthias Reuber führt in Speicher-Technologien ein.

Konkrete Erwartungen zur Honorierung ökologisch relevanter Leistungen nannte der Landtagsabgeordnete Michael Ludwig. Wenn es schon eine CO2-Bepreisung gebe, sollte auch eine angemessene CO2-Vergütung eingeführt werden. Da ein Hektar Wald rund sechs Tonnen CO2 speichere, sei eine Hektarprämie von 120 bis 130 Euro angemessen, sagte Ludwig in einem Video zur Buchpräsentation. Einen solchen Vorschlag will die CDU-Fraktion nach Angaben Schreiners in die Beratungen des Landtags zum Haushalt 2022 einbringen. dpa

Auch interessant

Kommentare