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Dritter Monat mit weniger Arbeitslosen in Rheinland-Pfalz

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Arbeitsagentur
Das Logo der Agentur für Arbeit. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Die Arbeitslosigkeit hat fast wieder das Niveau vor der Pandemie erreicht. Auswirkungen des Ukraine-Krieges sind noch nicht spürbar.

Mainz - Die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz ist im April im dritten Monat in Folge zurückgegangen. 97.700 Frauen und Männer waren arbeitslos, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Mainz mitteilte. Das waren 2800 oder 2,8 Prozent weniger als im März. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es ein Minus von 18,7 Prozent.

Die Arbeitslosenquote betrug im April 4,3 Prozent. Vier Wochen zuvor hatte sie bei 4,5 Prozent gelegen. Im April 2021 lag sie bei 5,3 Prozent.

„Am Arbeitsmarkt können wir Corona zumindest temporär als erledigt betrachten“, sagte die Chefin der Regionaldirektion, Heidrun Schulz. Und: „Bislang sind die Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf dem Arbeitsmarkt noch nicht spürbar.“ Es sei auch noch nicht absehbar, wo die Vertriebenen bleiben würden. Die Arbeitslosigkeit sei wieder unter den Wert von 100.000 gesunken, hob Schulz hervor. „Mit Blick auf das Vorjahr sind deutlich weniger Frauen und Männer arbeitslos.“ Gegenüber April 2019 - also vor der Pandemie - seien knapp 1600 Arbeitslose mehr gezählt worden. „Die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen befindet sich auf hohem Niveau.“

Die Unterbeschäftigung, die auch die Menschen erfasst, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im April bei 129.700. Das waren 14,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

46.200 offene Stellen und damit 2,5 Prozent mehr als im Vormonat waren im April gemeldet. Gegenüber dem Vorjahresmonat war das ein Zuwachs von 36,2 Prozent. Die meisten freien Stellen gab es in der Zeitarbeit, im verarbeitenden Gewerbe, im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Baugewerbe.

Die Unternehmen zeigten im April erneut weniger Kurzarbeit an. Dabei geht es zunächst nur um eine grundsätzliche Genehmigung für die kommenden Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen setzten im Januar 4800 Betriebe für 26.600 Mitarbeiter Kurzarbeit auch um.

Auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind noch 8500 Jugendliche. Demgegenüber stehen 14.600 offene Ausbildungsplätze. „Die Chancen für junge Frauen und Männer auf einen Ausbildungsplatz sind sehr gut“, betonte Schulz. Sie sei optimistisch, dass die Zahl der Ausbildungsverträge nach Corona jetzt wieder steige.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Arbeitsminister Alexander Schweitzer (beide SPD) betonten, dass die Fachkräftesicherung eine zunehmende Herausforderung für die Entwicklung des Arbeitsmarktes darstelle. Insbesondere wegen der Digitalisierung stünden vor allem Menschen mit Lese- und Schreibproblemen zunehmend vor vielfältigen Herausforderungen, mit der Transformation der Arbeitswelt Schritt zu halten. „Gezielte Angebote sind daher besonders wichtig, die wir als Landesregierung fördern“, sagte Dreyer. „Die Hemmschwelle, ein solches Angebot wahrzunehmen, ist aufgrund negativer Lernerfahrungen bei vielen Menschen erhöht“, sagte Schweitzerr. „Daher halten wir niedrigschwellige, passgenaue Lernangebote und vielfältige Ansprachewege für besonders wichtig.“ dpa

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