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Nach tödlichem Unfall in Freizeitpark: Augenzeuge erhebt schwere Vorwürfe gegen Betreiber

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Von: Julia Volkenand, Patrick Huljina

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Nach dem tödlichen Unglück im Wild- und Freizeitpark Klotten geht die Suche nach der Ursache weiter.
Nach dem tödlichen Unglück im Wild- und Freizeitpark Klotten geht die Suche nach der Ursache weiter. © Harald Tittel/dpa

Eine Frau stürzte am Samstag im Wild- und Freizeitpark Klotten aus einer Achterbahn und verletzte sich tödlich. Jede Hilfe kam zu spät.

Update vom 8. August, 11.15 Uhr: Die Kripo hat ihre Ermittlungen nach dem tödlichen Sturz aus einer Achterbahn im Wild- und Freizeitpark Klotten am Montag fortgesetzt. Schon zuvor seien Spuren gesichert und Zeugen befragt worden, teilten die Ermittler mit. Die Unfallursache ist weiterhin unbekannt. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Bei Todesfällen dieser Art können Staatsanwaltschaften auch die Einschaltung von Gutachtern sowie die Obduktion der Opfer anordnen.

Der Wild- und Freizeitpark blieb auch am Montag geschlossen, „um eine schnelle Aufklärung des Unfallherganges durch die Behörden zu unterstützen“. Auf der Internetseite des Parks hieß es: „Wir möchten auf diesem Weg unser tief empfundenes Mitgefühl der Familie, den Angehörigen und Freunden aussprechen! Unser KLOTTI-Team ist nach wie vor geschockt und fassungslos.“ Wegen der zunächst ungeklärten Unfallursache bleibe vorerst unklar, „wie der Parkbetrieb in den nächsten Tagen aussehen wird“.

Am Samstagnachmittag war eine 57-jährige Frau aus dem saarländischen St. Wendel aus der fahrenden Achterbahn gestürzt. Sie erlitt tödliche Verletzungen. Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Die 2004 eröffnete Achterbahn ist laut dem Freizeitpark in Klotten im Kreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz 532 Meter lang und 17,5 Meter hoch. Sie sei kurvenreich, mit „maximalem Gefälle und bis zu 60 Stundenkilometer schnell“.

Augenzeuge erhebt schwere Vorwürfe gegen Betreiber: Tödlicher Unfall im Freizeitpark

Update vom 8. August, 7.30 Uhr: Nach dem tödlichen Unfall im Wild- und Freizeitpark Klotten sitzt der Schreck tief. Und noch immer ist unklar, wie es passieren konnte, dass die 57-jährige Frau bei voller Fahrt aus der Achterbahn geschleudert werden konnte.

Gegenüber Bild.de äußerte sich nun ein Augenzeuge des schlimmen Vorfalls. Zum einen hätten die Rettungskräfte die verunglückte Frau nicht sofort gefunden, da sie bei dem Sturz in einem schwer zugänglichen Gebiet landete. So musste sie zuerst gesucht werden, erklärte der Zeuge – als die Ersthelfer die Frau dann fanden, kam jede Hilfe zu spät, trotz Wiederbelebungsmaßnahmen starb sie noch vor Ort.

Außerdem erhebt der Augenzeuge noch schwere Vorwürfe gegen den Betreiber der Achterbahn. Es habe niemand manuell kontrolliert, ob die Sicherheitsbügel fest sitzen, so der Zeuge. Noch kurz vor dem Unglück sei seine eigene Tochter mit der Achterbahn gefahren. Die Polizei ermittelt unterdessen noch zur Unfallursache.

Tödlicher Unfall im Wild- und Freizeitpark Klotten: Frau stürzt aus Achterbahn und stirbt

Erstmeldung vom 6. August: Klotten – Am Samstagnachmittag (6. August) kam es in einem Freizeitpark im rheinland-pfälzischen Klotten zu einem tödlichen Unfall. Eine 57-jährige Frau aus dem saarländischen St. Wendel stürzte aus einer fahrenden Achterbahn und verletzte sich so schwer, dass Helfer sie trotz Wiederbelebungsversuchen nicht retten konnten. Der Sturz, der um 16.30 Uhr, genau eineinhalb Stunden vor Schließen des Parks passierte, hatte einen Großeinsatz von Rettungskräften zur Folge.

„Am Sonntag 7.8. bleibt der Klotti Park geschlossen!“, heißt es lapidar auf der Internetseite des Freizeitparks in Klotten an der Mosel. Nichts lässt das Drama erahnen, dass sich am Nachmittag, etwa eineinhalb Stunden vor der Schließung des Parks an diesem Sommer- und Ferienwochenende zugetragen hat. Ein Rettungshubschrauber und der Rettungsdienst waren ebenso vor Ort wie die Freiwillige Feuerwehr, doch niemand konnte mehr etwas für die Frau tun.

Auf seiner Website beschreibt der Park seine „Klotti-Achterbahn“ auf einer Strecke von 550 Metern mit den Worten „kurvenreich, maximales Gefälle und bis zu 60 Stundenkilometer schnell“. Der Park wurde 1970 als Wildpark auf den Moselhöhen bei Klotten eröffnet, wie es auf der Website heißt. Seit den 90ern wurde er mit neuen Attraktionen zu einem Freizeit- und Familienpark ausgebaut. Die Achterbahn eröffnete demnach 2004.

Frau stürzt aus Achterbahn: Staatsanwaltschaft eingeschaltet

Wie die Polizei am Abend mitteilte, blieb die genaue Ursache für den Sturz im „Klotti-Park“ zunächst unklar. „Die Untersuchungen laufen noch“, sagt ein Polizist aus Cochem. Die Staatsanwaltschaft sei, wie stets bei solchen Unfällen, eingeschaltet worden. Aber noch stehen alle Untersuchungen ganz am Anfang: Handelte es sich um einen technischen Defekt, war Fahrlässigkeit oder tödlicher Leichtsinn im Spiel? Lag eine natürliche Todesursache wie etwa ein Herzinfarkt vor? „Um das festzustellen, könnte eine Obduktion angeordnet werden“, mutmaßt der Polizist gegenüber der dpa - aber das werde eine Entscheidung der Staatsanwaltschaft sein.

Unlängst kam es auch im dänischen Aarhus zu einem tödlichen Unfall in einer Achterbahn, als ein 14-jähriges Mädchen verstarb, nachdem ihr Sitz sich gelöst hatte. (jv/dpa)

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