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Helfershuttle im Ahr-Flutgebiet pausiert bis 1. März

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Der Ort Schuld im Landkreis Ahrweiler nach der Sturzflut
Der Ort Schuld im Landkreis Ahrweiler nach der Sturzflut am 14. und 15. Juli. © Thomas Frey/dpa/Archivbild

Fünfeinhalb Monate nach dem Ahr-Hochwasser fahren vorerst keine besonderen Busse mehr für Helfer. Flutopfer können jedoch weiter Hilfe bekommen, wie der Initiator eines Shuttledienstes versichert.

Grafschaft - Nach rund 100.000 beförderten freiwilligen Helfern macht ihr Shuttleservice im flutgeschädigten Ahrtal eine Winterpause bis voraussichtlich 1. März. In der kalten Jahreszeit und in der vierten Corona-Welle sei die Zahl der helfenden Hände gesunken, sagt der Initiator des Shuttledienstes, Marc Ulrich, der Deutschen Presse-Agentur. Auch viele Flutopfer wollten erst einmal zur Ruhe kommen.

„Wichtig ist aber, dass nur der Bustransfer pausiert“, ergänzt Ulrich. Wer Hilfe brauche, bekomme sie nach wie vor über die Internetseite helfer-shuttle.de - „man kann auch weiterhin Helfer anfordern, vorbeikommen, Maschinen ausleihen et cetera“. Ebenso seien in den flutgeschädigten Ortschaften immer noch sogenannte Scouts unterwegs, um zu schauen, wo Hilfe nötig sei.

Bei der Sturzflut am 14. und 15. Juli nach extremem Starkregen waren im Ahrtal 134 Menschen getötet und mehr als 750 verletzt worden. Tausende Häuser wurden beschädigt oder zerstört. Viele Anwohner leben nun während des Wiederaufbaus ihrer zum Trocknen entkernten Häuser in Ausweichquartieren aller Art. Damit die beschädigten Straßen nicht noch mit Autos von Helfern im engen Flusstal verstopft wurden, konnten diese mit Bussen hoch oben von Grafschaft aus hinunter zur Ahr fahren, um dort etwa Schlamm aus Häusern zu entfernen und Wandputz abzuschlagen. Für den Wiederaufbau sind allerdings auch zunehmend Fachfirmen vonnöten.

Ulrich hat sich nach eigenen Worten nach dem Hochwasser gefragt: „Wie kann ich aus meinen zwei helfenden Händen 2000 machen?“ Der Marketing-Unternehmer ergänzt: „Angefangen haben wir mit einem Klapptisch. Wir hätten uns nie träumen lassen, dass es so viele Helfer werden.“ Die Solidarität im Ahrtal sei unglaublich - und ein positives Gegenbeispiel zur wachsenden Spaltung der Gesellschaft beim Thema Corona: „Wenn du den Glauben an die Menschheit verloren hast, geh ins Ahrtal, dann findest du ihn wieder.“ Auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat kürzlich im Deutschlandfunk gesagt: „Im Ahrtal können wir sehen, wie solidarisch Menschen sind, völlig selbstlos, und es ist ein ganz, ganz schöner Beweis dafür, dass unsere Gesellschaft zusammenhält.“ dpa

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