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„Jeder kann mitmachen!“: Esch startet als Kulturhauptstadt

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Kulturhauptstadt Esch/Alzette
Ehemalige Industrieanlagen treffen auf moderne Bauten in der Stadt. © Harald Tittel/dpa/Archiv

In genau einem Monat feiert Esch in Luxemburg den Start als Kulturhauptstadt Europas. Es wird viel Musik, Tanz und Shows geben - und tausende Besucher, die die Party mitgestalten.

Esch/Alzette - Das luxemburgische Esch geht am 26. Februar als europäische Kulturhauptstadt zum Mitmachen an den Start. Wer zur großen Eröffnungsfeier „Remix Opening“ komme, erhalte beim Anmelden kleine Aufgaben, mit denen er sich aktiv beteiligen könne, sagte die Generaldirektorin von Esch2022, Nancy Braun, am Mittwoch in Esch. Zudem erwarte die Besucher ein rauschendes Fest im Zentrum von Esch und im Universitätsviertel Esch-Belval - mit Live-Musik, DJs, Tanz, Lichtinstallationen, Performances und Projektionen.

„Wir freuen uns enorm, dass es in einem Monat endlich los geht“, sagte Braun der Deutschen Presse-Agentur. „Wir können es kaum erwarten.“ Zum Start werde mit Tausenden Gästen gerechnet, mehr als 5000 hätten sich bereits eingeschrieben, sagte Braun. „Das Opening soll eines der größten partizipativen Events werden, das je in der Großregion stattgefunden hat.“

Bis auf ein Konzert in der Rockhal werde die 2G-Plus-Veranstaltung unter freiem Himmel ablaufen - das helfe in Zeiten von Corona. Die Eröffnung mit der offiziellen Zeremonie (ab 17.30 Uhr) vor dem Escher Rathaus werde auch live im Internet übertragen. „Wir wollen so viele wie möglich erreichen“, sagte Braun.

Unter dem Motto „Remix Culture“ sind rund 160 Projekte mit mehr als 2000 Events bis Ende des Jahres im Süden Luxemburgs und angrenzenden Gemeinden in Frankreich teils grenzüberschreitend geplant. „Jeden Monat steht einen andere Gemeinde im Fokus“, sagte Braun. Insgesamt sind rund 200.000 Einwohner aus 19 Kommunen im Boot. Esch (36.000 Einwohner) ist die zweitgrößte Stadt Luxemburgs und zählt rund 120 Nationen.

Bei der Eröffnungsfeier werde es vier Bühnen und 18 Konzerte geben, auf denen Künstler aus Luxemburg, Frankreich, der Großregion und den beiden anderen Kulturhauptstädten in 2022, Kaunas in Litauen und Novi Sad in Serbien, auftreten. Auch bei den Akteuren war „Mitmachen“ angesagt: Jeder, der will - vom Straßenkünstler bis zum Zirkusartisten - konnte sich anmelden.

Wer sich als Besucher auf der Internetseite von Esch 2022 eine Freikarte buche, könne ein Element wählen - wie Wasser - und bekomme dann eine Aufgabe: Zum Beispiel, dass er ein blaues Papier mitbringen soll und am Abend einen Wunsch für Europa darauf schreiben und das Papier dann in ein Fischernetz legen könne.

Die beiden Standorte Esch und Esch-Belval seien an dem Abend (bis 23.00 Uhr) per Live-Übertragung auf Bildschirmen verbunden, sagte Braun. Wer also nicht hin und her fahren wolle, könne trotzdem verfolgen, was am jeweils anderen Standort passiere. Und: „Wir haben auch noch ein paar Überraschungen parat“, sagte sie.

Am Tag nach dem Auftakt, also am 27. Februar, beginnen die großen ersten Ausstellungen auf dem früheren Stahlhüttengelände in Esch-Belval. In einer sanierten Möllerei wird es in „Hacking Identity - Dancing Diversity“ in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe (ZKM) Medienkunst geben. In der alten Massenoire, wo Gusseisen entstand, startet die Ausstellung „Remixing Industrial Pasts“ zur industriellen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Thematisch geht es bei Esch 2022 um das, was die Region eint: Eine gemeinsame industrielle Geschichte aus Erz und Stahl, die kulturelle Vielfalt - und Visionen für ein grenzenloses Europa. Durch das „Remixen“ in verschiedenen Kategorien (Kunst, Europa, Natur) soll Neues entstehen und die Öffentlichkeit zum Mitmachen bewegt werden. dpa

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