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Bluttat in Kusel: Spektakuläre Wende nach tödlichen Schüssen auf Polizisten - Brisante Details durchgesickert

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Von: Jennifer Lanzinger

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Kusel: Mord an zwei jungen Polizisten Doppelmord Polizeiwagen und Beamte stehen an dem Tatort
Kusel: Nach dem tödlichen Schüssen auf zwei junge Polizisten laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. (Archivbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten in Kusel hatten Ermittler zwei Männer unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Nun bahnt sich eine spektakuläre Wende an.

Kusel - Nach den Polizistenmorden in Kusel bahnt sich nun eine spektakuläre Wende an. Waren Ermittler nach den tödlichen Schüssen davon ausgegangen, dass die beiden Beamten von den beiden Tatverdächtigen durch Schüsse angegriffen worden waren, soll nun der Haftbefehl wegen Mordes gegen den jüngeren der beiden Tatverdächtigen aufgehoben worden sein. Demnach soll die Polizei nun davon ausgehen, dass die tödlichen Schüsse nur von dem älteren der beiden Männer abgefeuert wurden.

Bluttat in Kusel: Spektakuläre Wende nach tödlichen Schüssen auf Polizisten - Brisante Details durchgesickert

Am 31. Januar waren nahe Kusel in Rheinland-Pfalz bei einer Verkehrskontrolle eine 24 Jahre alte Polizeianwärterin und ein 29-jähriger Polizeikommissar erschossen worden. Als Tatverdächtige wurden kurz darauf ein 38 Jahre alter Mann und ein 32-Jähriger wegen des Vorwurfs des gemeinschaftlichen Mordes und der gewerbsmäßigen Jagdwilderei festgenommen. Ermittler waren davon ausgegangen, dass die Tat durch beide Verdächtige ausgeführt worden sein muss. Dies sei angesichts der „Dynamik des Geschehens“ wahrscheinlich. Wie der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin im Februar erklärt hatte. Dafür sprächen etwa das Verletzungsbild und die zeitliche Abfolge. „Derzeit liegen keine Hinweise dafür vor, dass es weitere Tatbeteiligte geben könnte“, sagte Mertin damals im Rechtsausschuss des Landtages.

Die beiden Polizisten waren bei der Polizeikontrolle unvermittelt durch Schüsse getötet worden. Ermittler gingen relativ schnell davon aus, dass durch die Tat illegale Jagdwilderei vertuscht werden sollte. Noch im Februar erklärt Mertin, dass den Ermittlungen zufolge der 38-Jährige mit einer Schrotflinte unvermittelt in Richtung des Kopfes der Polizeianwärterin geschossen und sie tödlich verletzt habe. „Anschließend sollen die beiden Beschuldigten gemeinsam das Feuer auf den Beamten eröffnet haben, und zwar mit der Schrotflinte und einem Einzelladergewehr. Der Beamte wurde durch insgesamt vier Schüsse tödlich verletzt.“

Nach tödlichen Schüssen auf Polizisten in Kusel - Sollte illegale Wilderei vertuscht werden?

Der 32 Jahre alte Verdächtige habe eingeräumt, mit dem weiteren Beschuldigten in der Tatnacht gewildert zu haben, sagte Mertin. Der Mann habe zudem ausgesagt, er sei auch am Tatort gewesen, habe aber nicht geschossen. Der 38-Jährige mache Gebrauch von seinem Schweigerecht. Nach ersten Erkenntnissen gehe die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der 38-Jährige zum Tatzeitpunkt weder eine Jagderlaubnis noch eine waffenrechtliche Erlaubnis zum Besitz von Schusswaffen besessen habe.

Wie nun die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern bestätigt, soll die Polizei mittlerweile jedoch davon ausgehen, dass die tödlichen Schüsse lediglich von dem 38-Jährigen abgefeuert worden sein sollen. Demnach soll der 32-Jährige mittlerweile nicht mehr als mordverdächtig gelten, dieser Haftbefehl sei demnach aufgehoben worden. Der Verteidiger des jungen Mannes habe dies gegenüber Bild bestätigt. „Wie von Beginn an gesagt: der Vorwurf des Mordes ist nicht haltbar. Das hat mein Mandant immer gesagt“, so Christian Kessler demnach. In Untersuchungshaft soll der 32-Jährige nach Informationen der Bild trotzdem noch sitzen, wegen Wilderei und versuchter Strafvereitelung.

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