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Zwei Polizisten bei Verkehrskontrolle getötet: Das ist über die mutmaßlichen Täter bekannt

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Von: Jennifer Lanzinger

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Polizeibeamte stehen an einer Absperrung nahe des Tatorts, an dem zwei Polizeibeamte durch Schüsse getötet wurden.
Polizeibeamte stehen an einer Absperrung nahe des Tatorts, an dem zwei Polizeibeamte durch Schüsse getötet wurden. © Sebastian Gollnow/dpa

Nach den tödlichen Schüssen in Kusel dürften sich viele fragen: Wer sind die beiden Tatverdächtigen, die aktuell unter Mordverdacht in Untersuchungshaft sitzen? Erste Details sind bereits bekannt.

Kusel - Noch immer herrscht in Rheinland-Pfalz und in ganz Deutschland Fassungslosigkeit über die tödlichen Schüsse auf zwei Polizisten in Kusel. Mittlerweile gibt es einen ersten Verdacht zum Motiv und auch über den mutmaßlichen Tatablauf gibt es immer mehr Details. Doch was ist über die beiden Männer bekannt, die aktuell unter Mordverdacht in Untersuchungshaft sitzen?

Zwei Polizisten bei Verkehrskontrolle getötet: Das ist über die mutmaßlichen Täter bekannt

Wie am Mittwoch, 2. Februar 2022, bekannt wurde, untersuchen Ermittler aktuell weitere Details zu den beiden Festgenommenen. Die Behörden wollen unter anderem klären, ob die Männer über Waffenbesitzkarten verfügten, wie die Staatsanwaltschaft in Kaiserslautern mitteilte. Bei der Festnahme der Männer am Montag im Saarland war ein großes Waffenarsenal sichergestellt worden. Zuvor war einer der beiden, ein 38 Jahre alter Mann aus dem Saarland, mit einer Öffentlichkeitsfahndung deutschlandweit gesucht worden. Er hatte seine Ausweispapiere am Tatort verloren.

Kurz nachdem der 38-Jährige noch am Tattag festgenommen werden konnte, meldeten die Ermittler bereits eine zweite Festnahme. Ein 32 Jahre alter Mann, ebenfalls aus dem Saarland, sitzt aktuell unter Mordverdacht und wegen Wilderei in Untersuchungshaft. Die Ermittler vermuten, dass die Männer Jagdwilderei vertuschen wollten. Der Kofferraum ihres Kastenwagens war demnach voller Wild. Aktuell gehen die Ermittler demnach davon aus, dass beide Männer bei der Kontrolle mit Waffen auf die beiden Beamten gefeuert haben müssen.

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Der Ältere habe sich bisher nicht zur Sache geäußert, der Jüngere habe die Wilderei eingeräumt sowie die Polizeikontrolle und Schüsse geschildert, hieß es. Er hat der Staatsanwaltschaft zufolge bestritten, selbst geschossen zu haben. Hinweise auf eine politisch motivierte Tat oder etwa Verbindungen in die sogenannte Reichsbürgerszene gebe es bislang bei beiden Männern nicht. Die Tatverdächtigen sind nicht vorbestraft. Der 38-Jährige sei der Polizei aber bereits wegen Jagdwilderei und Verkehrsunfallflucht aufgefallen, der 32-Jährige wegen Betrugsdelikten, hieß es. Der Staatsanwaltschaft zufolge droht den Männern nun lebenslange Haft.

Während über den 32-Jährigen bislang keinerlei private Details durchgesickert sind, haben sich über den 38-jährigen Tatverdächtigen bereits mehrere Personen aus dem Umfeld geäußert. Bei ihm soll es sich demnach um einen Familienvater handeln. Er sei Besitzer einer Bäckerei gewesen, diese habe jedoch vor kurzem Insolvenz angemeldet. Mit der Wilderei soll der 38-Jährige nun Geld verdient haben. Im Gespräch mit Bild äußern sich zwei ehemalige Mitarbeiterinnen des Mannes. Beide zeichnen ein unangenehmes Bild des 38-Jährigen.

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So berichtet eine der Frauen, dass der 38-Jährige oft „aggressiv und unhöflich“ gewesen sein. Man habe ihm angemerkt, dass Mitarbeiter lediglich Objekte für ihn seien. Es sei ein offenes Geheimnis gewesen, dass der 38-Jährige im Büro immer eine Waffe liegen gehabt haben soll. Trotzdem habe sie ihrem ehemaligen Chef eine solche Tat nicht zugetraut.

Und auch eine weitere ehemalige Angestellte des Tatverdächtigen berichtet in dem Gespräch mit Bild: „Wenn er den Raum betreten hat, ist man zusammengezuckt. Wenn man bei der Arbeit mal einen Fehler gemacht hat, dann ist er sehr gemein geworden. Er ist kein freundlicher Mann. Und wenn wir nicht funktioniert haben, wie er wollte, dann ging es rund“. Auch wenn sie mit ihrem Chef alles andere als klarkam, betont die Frau: „Als Familienvater machte er das eigentlich ganz gut. Man täuscht sich halt schnell in Menschen.“

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