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Zwei junge Polizisten brutal hingerichtet: Was wir bislang über den Tathergang wissen

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Von: Jennifer Lanzinger

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Zwei Polizisten bei Verkehrskontrolle getötet
Kerzen stehen neben der Kreisstraße 22 im Kreis Kusel. Am Vortag wurden dort eine Polizistin und ein Polizist bei einer Verkehrskontrolle erschossen. © Harald Tittel/dpa

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten in Rheinland-Pfalz herrscht noch immer Unklarheit über das genaue Motiv. Währenddessen werden immer mehr Details zum möglichen Tathergang bekannt.

Kusel - Zwei Männer stehen nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten in Rheinland-Pfalz unter Mordverdacht. Die Ermittler gehen bislang davon aus, dass beide Männer auf die jungen Beamten (eine 24-jährige Polizei-Anwärterin und ihr 29-jähriger Kollege) mit Waffen gefeuert haben. Während sich ein erster Verdacht zum Motiv herauskristallisiert, sickern immer weitere Details zum vermutlichen Tatablauf durch.

Zwei junge Polizisten brutal hingerichtet: Was wir bislang über den Tathergang wissen

Es sind Details, die Rheinland-Pfalz und ganz Deutschland auch Tage nach den Schüssen schockieren. Die Ermittlungen gehen aktuell weiter, noch zu viele Komponenten scheinen für die Ermittler nicht eindeutig geklärt zu sein. So wurde bei der Festnahme eines der Männer zudem ein großes Waffenarsenal sichergestellt.

Unter Mordverdacht stehen aktuell ein 32-Jähriger und ein 38-jähriger Mann aus dem Saarland, ihnen werden gemeinschaftlicher Mord und Wilderei vorgeworfen. Sie sollen am frühen Montagmorgen bei der Verkehrskontrolle auf die beiden Polizisten geschossen haben.

Wie bislang bekannt ist, muss sich bei der Kontrolle im Kreis Kusel ein wahres Drama abgespielt haben. So sollen die beiden Polizisten gegen 4.20 Uhr am frühen Montagmorgen das Auto der beiden Tatverdächtigen am Straßenrand der Kreissstraße 22 in Kusel gesehen haben. Per Funkspruch kündigten die beiden Polizisten an, das Fahrzeug und die Insassen überprüfen zu wollen. Dort sollen die Beamten dabei Wild im Kofferraum des Wagens entdeckt haben. Dies hätten die Polizisten ebenfalls per Funk gemeldet.

Kusel: Zwei Polizisten bei Verkehrskontrolle getötet - Beamtin war offenbar völlig arglos

Was dann passiert, kann bislang nur bruchstückhaft rekonstruiert werden. Wie Ermittler bislang vermuten, wollten die beiden Männer mit den Schüssen ihre Wilderei vertuschen. Der Jüngere der beiden habe sowohl die Schüsse auf die Polizisten als auch die Wilderei zugegeben, er selbst bestreitet jedoch, einen Schuss abgesetzt zu haben. Die Ermittler sind sich bislang jedoch sicher, dass aus zwei Waffen auf die Polizisten gefeuert wurde. Während die 24-Jährige die Personalien eines der beiden Männer aufnahm, seine Ausweispapiere wurden später am Tatort gefunden, soll der jungen Frau unvermittelt in den Kopf geschossen worden sein. Ihre Waffe steckte noch im Holster, sie sei völlig arg- und wehrlos gewesen.

Kusel: Brutale Tat in Rheinland-Pfalz - Tatverdächtige schießen offenbar gemeinsam auf Polizisten

Ihr Kollege haben währenddessen umgehend einen Funkspruch abgesetzt. „Kommt schnell, die schießen auf uns“, habe der 29-Jährige noch an die Zentrale gefunkt. Dann habe der junge Mann offenbar um sein Leben gekämpft. Laut Polizeivizepräsident Heiner Schmolzi, soll der 29-Jährige sein komplettes Magazin geleert haben. Gegen die beiden Männer habe der junge Polizist jedoch keine Chance gehabt. 14 Mal habe er auf seine Mörder geschossen, ohne Erfolg. Er selbst wurde dann viermal getroffen, einmal ebenfalls in den Kopf. Beim Eintreffen der Verstärkung sei der junge Mann jedoch bereits nicht mehr ansprechbar gewesen. Er starb noch am Tatort. Die beiden mutmaßlichen Täter hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits von der Kreissstraße entfernt.

Der Kaiserslauterner Polizeipräsident Michael Denne sagte, nach dem Tod der Kollegen herrsche „sehr große Betroffenheit“ bei der gesamten rheinland-pfälzischen Polizei. „Seit 4.22 Uhr gilt für uns eine neue Zeitrechnung. Wir sind schockiert, zutiefst entsetzt und traurig.“

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