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Schüsse auf Polizisten in Kusel: Nach verzweifeltem Hilferuf - Neue furchtbare Details des Einsatzes veröffentlicht

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Von: Jennifer Lanzinger

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Polizisten-Morde in Kusel
Polizeibeamte stehen an einer Absperrung an der Kreisstraße 22, rund einen Kilometer von dem Tatort entfernt, an dem zwei Polizeibeamte durch Schüsse getötet wurden. © Sebastian Gollnow/dpa

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten in Kusel kommen nun weitere dramatische Details der verhängnisvollen Nacht ans Licht.

Kusel - Rund eine Woche nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten in Kusel hat der Inspekteur der rheinland-pfälzischen Polizei, Jürgen Schmitt, im Innenausschuss des Landtags neue dramatische Details bestätigt. So erklärte Schmitt am Dienstag, 8. Februar 2022, unter anderem, warum Verstärkung für die beiden Polizisten erst zwölf Minuten nach ihrem per Funk abgesetzten Hilferuf kam.

Schüsse auf Polizisten in Kusel: Nach verzweifeltem Hilferuf - Darum kam Verstärkung erst nach 12 Minuten

So berichtete Schmitt, dass Polizei-Streifen, die an einen Tatort geschickt würden von dem bekannt sei, dass dort geschossen worden sei, zunächst stoppen müssten um Schutzausrüstung anzulegen. Dazu gehörten unter anderem schwere Schutzhelme und Westen und auch Maschinenpistolen. „Das führt zu einer gewissen Zeitverzögerung“, erklärte der Inspekteur.

Video: Hassrede nach den Morden von Kusel (in Englisch)

Der verhängnisvolle Einsatz hatte sich am frühen Morgen des 31. Januar gegen 4.20 Uhr ereignet. Die beiden Polizisten hatten an einer Kreisstraße bei Kusel ein Fahrzeug kontrolliert. Über Funk hatten sie zunächst von „dubiosen Personen“ berichtet, im Kofferraum des Wagens hatten die beiden Beamten zahlreiche tote Wildtiere entdeckt. Noch während die 24-Jährige die Personalien der beiden Männer aufnehmen wollte, wurde ihr aus nächster Nähe in den Kopf geschossen. Ihr 29 Jahre alter Kollege forderte Verstärkung an, er rief um Hilfe mit den Worten: „Komm schnell, die schießen, die schießen“. Als die angeforderte Verstärkung Minuten später den Tatort erreichte, war die 24-Jährige bereits leblos. Der 29-jährige Oberkommissar war bereits nicht mehr ansprechbar, er erlag noch am Ort des Geschehens seinen schweren Verletzungen.

Kusel: Tödliche Schüsse auf Polizisten - Neue furchtbare Details bekannt

Wie Inspekteur Schmitt am Dienstag weiter erklärt hatte, waren andere Streifen um 4.32 Uhr am Tatort. Die zwei Beamten waren demnach uniformiert in einem zivilen Polizeiauto unterwegs. Schmitt zufolge observierten sie mit den Besatzungen zwei weiterer Polizeiwagen eine Person. Nach früheren Angaben der Polizei ging es darum, eine Serie von Eigentumsdelikten aufzuklären. Die beiden zunächst unbekannten Täter hatten sich umgehend vom Tatort entfernt. Noch am selben Tag wurden zwei Tatverdächtige festgenommen, ein 38- und ein 32-Jähriger aus dem Saarland. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Zwei die Tat gemeinschaftlich begangen haben, um ihre Jagdwilderei zu verdecken.

Der SPD-Abgeordnete Michael Hüttner sagte im Ausschuss, zwölf Minuten könnten in solchen Situationen unendlich lang sein. Das zeige, wie wichtig es sei, genügend Polizeikräfte zu haben, die sich notfalls sichern könnten. Da sei das Land dank der Aufstockung der Polizei auf dem richtigen Weg.

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