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Lewentz setzt Medienkompetenz gegen Verschwörungsdenken

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Roger Lewentz
Roger Lewentz (SPD), Innenminister von Rheinland-Pfalz, spricht zu Pressevertretern. © Andreas Arnold/dpa/Archiv

Die Corona-Pandemie habe wie ein Nährboden gewirkt, sagt die Berliner Autorin Katharina Nocun. Eine Tagung in Mainz beschäftigt sich mit der Frage, welche Reaktionen auf verqueres Denken sinnvoll sind.

Mainz - Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) sieht in Medienkompetenz und politischer Bildung die wichtigsten Instrumente gegen die Ausbreitung von Verschwörungsdenken. Ein kompetenter Umgang mit Medienberichten und Veröffentlichungen im Internet nehme eine Schlüsselrolle ein, sagte Lewentz am Dienstag auf einer Präventionstagung in Mainz. Ebenso seien politische Bildung und das Wissen, wie Demokratie funktioniere, „wichtig, um die Immunität gegenüber Verschwörungsgefährdung zu fördern“.

Mit der Corona-Pandemie habe sich Verschwörungsdenken sehr emotionalisiert und wachsenden Zulauf bekommen, sagte der Innenminister. „Wir haben es hier mit sehr heterogenen Gruppen von Menschen zu tun, die aus unterschiedlichen Beweggründen diese Narrative nachvollziehen.“ In dieser Szene würden Medien als Lügenpresse diffamiert. Auch sei Verschwörungsdenken fester Bestandteil im Rechtsextremismus. „Verschwörungsmythen stoßen an die Grenzen der Meinungsfreiheit und gehen nicht selten weit darüber hinaus.“

Die Berliner Autorin Katharina Nocun definierte Verschwörungserzählungen als Annahme, dass eine als mächtig wahrgenommene Einzelperson oder eine Gruppe von Menschen wichtige Ereignisse beeinflusse und damit der Bevölkerung gezielt schade, dabei aber ihre Ziele im Dunkeln lasse. Deshalb gebe es oft auch Nähe zum Antisemitismus. „Jemand, der an eine Verschwörungserzählung glaubt, sieht alles aus der Brille dieser Geschichte“, sagte Nocun, die online zu der Tagung zugeschaltet wurde.

Die Pandemie habe wie ein Nährboden für Verschwörungsdenken gewirkt, sagte Nocun. „Der Glaube an Verschwörungen zieht sich quer durch die Gesellschaft.“ Die Influencer der Szene seien sehr unterschiedlich, das Spektrum erstrecke sich von Reichsbürgern bis Esoterikern. „Was sie eint, sind die Feindbilder Medien, Wissenschaft und Politik.“

Der Präventionstag der Leitstelle Kriminalprävention im Innenministerium sei mittlerweile eine feste Größe und wichtige Plattform für den Austausch geworden, sagte Lewentz. Die Leitstelle wurde 1997 eingerichtet. dpa

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