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Nibelungen-Festspiele planen Königinnendrama

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Nibelungen-Festspiele
Festspiel-Intendant Nico Hofmann steht vor der Eröffnung der Nibelungen-Festspiele im Medienbereich. © Frank Rumpenhorst/dpa

Die Nibelungensage um Drachentöter Siegfried gilt als Männerwelt. Die Festspiele in Worms stellen 2022 starke Frauen in den Mittelpunkt. Wegen Corona müssen die Macher in verschiedenen Szenarien denken.

Worms - Die Nibelungen-Festspiele in Worms planen für 2022 eine spektakuläre Wasserwelt als Bühnenbild und hoffen auf deutlich weniger Corona-Beschränkungen als 2021. „Wir sind aktuell zuversichtlich, dass es im Sommer möglich sein wird, die Open-Air-Veranstaltung mit voller Tribünenkapazität zu planen“, sagte Geschäftsführer Sascha Kaiser der Deutschen Presse-Agentur. Natürlich würden die Organisatoren die Entwicklung beobachten. „Wir denken in verschiedenen Szenarien und passen die Planung an, wenn nötig.“ 2021 konnten pro Abend nur rund 700 der etwa 1400 Plätze besetzt werden.

Intendant Nico Hofmann zufolge soll das Stück „Hildensaga. Ein Königinnendrama“ am 15. Juli 2022 seine Premiere in Worms feiern. Es war bereits für 2020 geplant, allerdings fielen die Festspiele damals wegen der Pandemie aus. „Wir freuen uns sehr, dass das gesamte künstlerische Team um den Schweizer Regisseur Roger Vontobel diese Verschiebung möglich gemacht hat“, sagte Hofmann. Dann soll auch der historische Kaiserdom als große Gesamtinstallation erstrahlen.

„Der Entwurf von Bühnenbildner Palle Steen Christensen war 2020 schon sehr weit in der Planung und wird nun umgesetzt. Es verspricht, sehr beeindruckend zu werden“, sagte der Künstlerische Leiter Thomas Laue. Intendant Hofmann zufolge hat der österreichische Autor Ferdinand Schmalz einige Szenen seit der zwangsweisen Verschiebung überarbeitet. „Das Stück mit seinem Fokus auf die Geschichte von Brünhild und Kriemhild ist eher noch aktueller geworden.“

An manchen Punkten müsse man aber neu denken für die Festspiele (15. bis 31. Juli), räumte die Künstlerische Betriebsdirektorin Petra Simon ein. „Die Lebenssituation aller Beteiligten sowie die Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen zwei Jahren doch verändert.“

Mit „Hildensaga“ kehren die Festspiele zur Nibelungengeschichte als ihrem Kern zurück. 2021 hatten die Organisatoren den historischen Aufenthalt von Reformator Martin Luther 1521 in Worms thematisiert.

Als Bilanz des Sommers sagte Hofmann, die Festspiele hätten nicht nur mit den Auswirkungen der Pandemie, sondern auch mit extremen Wetter zu kämpfen gehabt. „Dennoch konnte das Stück „Luther“ des Schweizer Autors Lukas Bärfuss seine gesamte künstlerische Kraft voll entfalten.“

Das Nibelungenlied, eine mittelalterliche Geschichte über Treue und Verrat, gehört zu den Lieblingssagen der Deutschen. Die Festspiele in Worms am Rhein erzählen seit 2002 das Heldenepos um Drachentöter Siegfried und Hunnenkönig Etzel in immer neuen Variationen. dpa

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