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Schachboom hält an: Aber nur online

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Schach
Teilnehmer eines Schul-Schachturniers spielen Schach. © Felix König/dpa/Symbolbild

Schachspiel ist in Corona-Zeiten für viele ideal, weil man es auch gut online und damit kontaktlos spielen kann. Der Landesverband in Rheinland-Pfalz hofft, dass von dem neuen Interesse bald auch die Vereine profitieren.

Schweich - Seit Beginn der Corona-Pandemie erlebt Schach einen Aufschwung - vor allem im Internet. Doch die Hoffnung, dass auch die Vereine davon profitieren, hat sich laut Schachbund Rheinland-Pfalz bislang nicht erfüllt. „Die Zahlen sind online zwar gestiegen, aber man hat daraus kein Mehr an Mitgliedern gewinnen können. Diesen Sprung haben wir einfach nicht geschafft“, sagte Präsident Achim Schmitt in Schweich bei Trier der Deutschen Presse-Agentur.

Der Zeitraum zwischen dem Sommer, als Präsenzschach zwar möglich gewesen sei aber die Menschen andere Interessen gehabt hätten als in einen Verein zu gehen, bis zur vierten Corona-Welle sei einfach zu kurz gewesen, sagte Schmitt. „Das war enttäuschend.“ Zudem sei etwa ein Viertel der gemeldeten Mannschaftsspieler nicht bereit gewesen, am diesjährigen Mannschaftsspielbetrieb teilzunehmen, „obwohl wir diesen sehr flexibel gestaltet haben“.

Als sich die Corona-Lage dann erneut verschärft habe, gerade ältere Menschen wieder mehr Angst vor einer Infektion bekommen hätten und viele kommunale Spielräume nicht zur Verfügung gestanden hätten, habe man die Konsequenzen gezogen: „Wir lassen den Spielbetrieb voraussichtlich bis Ende Januar ruhen“, sagte Schmitt. Das Interesse am Online-Spiel steige nun wieder rasant an. „Der Bedarf ist da, es gibt großen Zulauf“, sagte der Präsident. Derzeit verzeichne man in Rheinland-Pfalz rund 8000 Mitglieder in 400 Schachvereinen.

Zwar hätten die Vereine nun auch finanzielle Probleme, doch eines sei klar: „Wir müssen jetzt viel Geld anfassen, und im Frühjahr, wenn hoffentlich die vierte oder fünfte Welle gebrochen ist, massiv werben, um die Leute wieder zurückzugewinnen und neue Mitglieder in die Vereine zu locken“, sagte Schmitt.

Die gegenwärtige Zeit wolle man nutzen, um nach dem Abflauen der Pandemie verstärkt großflächige Aktivitäten zu planen - wie etwa Schach in Kindergärten und Ganztagsschulen oder als Schulstunde. Denn eines zeichne dieses königliche Spiel aus – unabhängig von allen Online-Möglichkeiten: Dass es „von jung bis alt, ob weiblich, männlich oder divers, beeinträchtigt oder nicht, alle verbindet am Brett, mit gleichen Chancen, das Spiel zu beginnen und zu gewinnen“. dpa

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