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Welterbe der Schum-Stätten bereitet sich auf Besucher vor

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Jüdisches Kulturgut als neues Welterbe ausgezeichnet
Zahlreiche Grabsteine stehen auf dem Friedhof "Heiliger Sand". © Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild

Die Anerkennung der Unesco ist erreicht. Jetzt steht mit der Umsetzung der Management-Planungen viel Arbeit an in Speyer, Worms und Mainz.

Worms - Ein halbes Jahr nach Aufnahme der jüdischen Stätten des Mittelalters in Speyer, Worms und Mainz ins Unesco-Welterbe bereiten sich die drei Städte auf die Umsetzung des Besucherkonzepts vor. Um das Management der Stätten kümmert sich künftig Felix Tauber, der bisher bei der Stadt Mainz am Projekt für den Unesco-Welterbeantrag mitwirkte. Er übernimmt zum 1. Februar auch die Nachfolge von Susanne Urban in der Geschäftsführung des Vereins der Schum-Städte, der im „Haus zur Sonne“ in Worms seinen Sitz hat. Der Name Schum leitet sich von den hebräischen Anfangsbuchstaben der drei Städte ab.

Der mittelalterliche jüdische Friedhof in Mainz, der „Judensand“, soll einen Besucherpavillon bekommen. Geplant ist ein „erzählerisches Zugangsportal“ zum Ort und seiner Geschichte sowie eine Einfriedung mit einer doppelreihigen Eibenhecke, unterbrochen von schmalen Sichtfenstern. Es gehe um eine behutsame touristische Erschließung, „um den Status als Welterbe und den religiösen Anspruch an die ungestörte Totenruhe nicht zu verletzen“, erklärt Tauber. Der Besucherpavillon soll bis Ende 2023 fertig sein.

In Speyer werde derzeit über eine neue Besucherlenkung im Judenhof nachgedacht, sagt Tauber. Auch gebe es erste Planungsüberlegungen zum Besucherpavillon. In Worms haben erste Überlegungen zu einem Besucherzentrum begonnen, hierzu werden zunächst verschiedene Standorte geprüft.

„Um den nachhaltigen Schutz und die wirksame Erhaltung der Welterbestätte auch langfristig gewährleisten zu können, benötigen wir ein gut funktionierendes Monitoring“, nennt Tauber als weitere Aufgabe. Dafür müssten messbare Indikatoren eingeführt werden, um den Zustand der Welterbe-Stätten beobachten und überwachen zu können.

Tauber studierte in Mainz Kunstgeschichte, Archäologie und Philosophie. Danach war er unter anderem am Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft in Mainz, bei einem interdisziplinären Forschungsprojekt der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und am Deutschen Architekturmuseum tätig. Ab 2020 kümmerte er sich als Projektleiter in der Kulturverwaltung der Stadt Mainz um die Koordinierung des Bewerbungsverfahrens zur Aufnahme der Schum-Stätten ins Unesco-Welterbe. „Nach erfolgter Anerkennung wissen wir zwar, dass sich die Arbeit gelohnt hat. Wir wissen aber auch, dass nun sehr viel Arbeit noch vor uns liegt.“ dpa

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