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Astwerk und Vernetzung: Katharina Grosse im Saarlandmuseum

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Ausstellung Katharina Grosse in Saarbrücken
Blick in die Ausstellung „Wolke in Form eines Schwertes“ in der Modernen Galerie des Saarlandmuseums Saarbrücken. © Stiftung Saarländischer Kulturbesitz / Felix Krebs/dpa/Bildarchiv

Satte Acrylfarben sind die Sprache der Berliner Künstlerin. Ihre in Saarbrücken gezeigten Werke integrieren ein Geflecht bemalter Äste und regen zum Nachdenken über Perspektivwechsel und Veränderung an.

Saarbrücken - Zwei Jahre nach einer viel beachteten Ausstellung im Hamburger Bahnhof in Berlin bringt Katharina Grosse jetzt das Saarland mit ihren Farben zum Leuchten. Die Ausstellung „Wolke in Form eines Schwertes“ in der Modernen Galerie des Saarlandmuseums Saarbrücken zeigt bis zum 4. September neuere Leinwandarbeiten der 60-jährigen Berliner Künstlerin, die im vergangenen Jahr erstmals in der Wiener Galerie nächst St. Stephan zu sehen waren.

Ihre Bilder und Installationen seien „raum- und grenzüberschreitend, multidimensional, von überbordender, sprühender Farbigkeit“, sagt die Kuratorin und Museumsdirektorin Andrea Jahn. Sie entwickeln „eine visuelle Intensität, die unsere ganze Aufmerksamkeit fordert“.

Die Überschreitung von Grenzen und Dimensionen der bildenden Kunst zeigt sich in Arbeiten, die Äste, Zweige, Treibholz mit der Malerei verbinden. In einem der Werke ohne Titel aus dem Jahr 2020 greifen dicht verzweigte bemalte Äste aus den satten Acrylfarben in den Raum hinein, strecken sich den Besucherinnen und Besuchern entgegen. Das Kunstwerk erhält eine besondere Lebendigkeit, weil es sich je nach Blickwinkel immer wieder verändert. Es fordert zum Perspektivwechsel auf.

Veränderung ist ein Thema des italienischen Politikwissenschaftlers Antonio Negri, auf dessen Gedanken über die Kraft von Schwärmen sich der Titel der Ausstellung bezieht. „Schwärme sind der Ausdruck für Negris Hoffnung, dass der „General Intellect“, der sich durch die unzähligen Knotenpunkte der Netzwerkgesellschaft bildet, in eine politische Transformation umschlägt“, erklärt der Philosoph Ludger Schwarte im Katalog. In Grosses Werk entstehe ein „Schwarm, der über die Systeme hinausgeht, in denen die Leinwände, Rahmen, Farben, Knoten und Äste Funktionen ausfüllen, Rollen spielen, Bedeutung tragen“.

Zuletzt hatte Katharina Grosse im Juni 2020 mit einem jede Raumvorstellung sprengenden Werk für Aufsehen gesorgt. Die Arbeit mit dem Titel „It Wasn't Us“ lud dazu ein, sich in einem Farbspektakel zu verlieren, das die alte Halle des Hamburger Bahnhofs in Berlin verwandelte. Die Künstlerin integrierte dabei eine Rasenfläche und einen geteerten Weg ebenso wie die Metallkonstruktion der Halle. dpa

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