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Kampf um Ford-Zukunft: Rehlinger fliegt nach Detroit

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Ford
Blick auf das Ford Werk in der Deutschlandzentrale Köln. © Oliver Berg/dpa/Archiv

Ford hat das Gesprächsangebot der saarländischen Ministerpräsidentin angenommen: Mit ihrem Stellvertreter reist Anke Rehlinger (SPD) am Mittwoch in die USA, um für den Standort im Saarland zu werben.

Saarbrücken - Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) wird kommende Woche gemeinsam mit ihrem Stellvertreter, Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD), zu Ford nach Dearborn (Detroit) in den USA fliegen. Das hat sie am Donnerstagabend im „Saartalk“ von SZ und SR angekündigt. In enger Abstimmung mit den Beschäftigtenvertretern in Saarlouis wollen sie die Bedeutung des Standortes Saarlouis für Land und Unternehmen hervorheben und über eine Zukunftsperspektive für das saarländische Werk sprechen.

„Alle Landesregierungen haben immer zu diesem Standort gestanden. Jetzt wäre es sicherlich gut, wenn die Ford-Entscheider auch zum Standort stehen", sagte Rehlinger. Sie zeigte sich überzeugt, dass man "sehr intensive" Gespräche führen werde. Dabei wolle sie "nochmal auf die Vorzüge des Standorts hinweisen und wie die Beschäftigen auch dafür kämpfen, dass es eine Perspektive für Saarlouis gibt".

Zwar sei es richtig, dass die Spielregeln für alle Standorte gleich seien, gleichwohl gebe es daneben auch noch ein paar Punkte, über die man reden könne. Beim Thema Weiterbildung und Qualifizierung habe die Bundesregierung „noch einige Punkte im Köcher“.

Rehlinger: „Wir wollen ja erfolgreich sein. Und wir werden nicht ohne Argumente, auch nicht ohne neue und zusätzliche Argumente, uns auf den Weg machen.“

Die neue Ministerpräsidentin hatte eine Woche nach ihrem Amtsantritt in einem Brief an Konzernchef Jim Farley und Europa-Chef Stuart Rowley am 3. Mai angeboten, zu einem Gespräch in die USA zu fliegen. Dieses Angebot nahm die Ford-Leitung nun an. Am Mittwoch (18. Mai) um 17 Uhr Ortszeit werden Rehlinger und Barke in der Ford-Zentrale erwartet.

Mit 5000 Beschäftigten gilt Ford als einer der größten Arbeitgeber im Saarland. Doch die Zukunft nach dem Auslaufen des Focus-Modells ist unsicher. Vor Journalisten hatte Rehlinger in der vergangenen Woche gesagt, dass sie im Juni mit einer Entscheidung rechne, ob im Saarland über das Jahr 2025 hinaus produziert werde. Bei der Produktion eines künftigen Elektroautos befindet sich Saarlouis in Konkurrenz mit Ford im spanischen Valencia. Rehlinger hatte gesagt, sie hoffe darauf, dass Ford „den unwürdigen Wettbewerb, den es zwischen europäischen Standorten gibt, endlich beendet“. dpa

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