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Minister Schulze bringt längere Atomlaufzeit ins Gespräch

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Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze
Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze spricht in Leuna. © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze kritisiert die Diskussion über einen frühzeitigen Kohleausstieg und bringt eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke ins Spiel. Auch unter Berücksichtigung der Klimaziele sollte über die Laufzeitverlängerung zumindest umfassend diskutiert werden, sagte der CDU-Politiker am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Magdeburg - Ähnlich hatte er sich in der „Volksstimme“ geäußert. „Den Energiebedarf der Zukunft mit Strom nur aus regenerativen Energieträgern zu decken, wenn wir 2022 aus dem Atomstrom und 2030 aus der Kohle aussteigen, ist nicht möglich“, so Schulze.

Der Kohleausstieg war bislang auf 2038 terminiert. Die potenziellen Koalitionspartner im Bund - SPD, Grüne und FDP - haben in ihrem Sondierungspapier vereinbart, dass ein beschleunigter Ausstieg „idealerweise“ bis zum Jahr 2030 gelingen soll.

Auch wenn man sofort beginnen würde, Gas als Brückentechnologie stark auszubauen, sei die Energiesicherheit nicht mehr gewährleistet, sagte Schulze. Aus Sicht des Ministers würde das der energieintensiven deutschen Industrie nicht nur große Wettbewerbsnachteile bringen, sondern auch Zehntausende Arbeitsplätze vernichten.

Er sprach sich in dem Zusammenhang auch für eine schnelle Inbetriebnahme der Pipeline Nord Stream 2 aus, mit der Erdgas von Russland durch die Ostsee nach Deutschland befördert werden soll. Unter dem laufenden Zertifizierungsverfahren durch die Bundesnetzagentur und die anschließende Bewertung durch Brüssel litten Millionen von Bürgern und die deutsche Industrie.

Das sieht auch Christof Günther, Geschäftsführer der Infrastrukturgesellschaft Infraleuna, so. „Wir benötigen Zuströme von russischem Erdgas, um die Knappheit am Markt zu mildern“, sagte der Chemiepark-Chef der „Volksstimme“. Dann könnte man auch kurzfristig Entspannung bei den Preisen sehen. „Wenn wir in den nächsten beiden Quartalen nicht eine deutliche Ermäßigung sehen, werden wir bald die Konsequenzen spüren - vermutlich sowohl in Form von reduzierten Industrieprodukten als auch stark steigender Preise für Industrieprodukte.“ dpa

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