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Studienplätze für angehende Lehrer bleiben teils leer

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Lehramt
Eine Lehrerin schreibt in einer Grundschule Wörter mit „Sp“ am Anfang auf eine Tafel. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Sachsen-Anhalt ist wie andere Bundesländer auf der Suche nach Lehrkräften. Die Zahl der Studienplätze wurde deshalb aufgestockt. Damit ist das Problem aber noch nicht gelöst.

Magdeburg/Halle - Sachsen-Anhalt steht bei der Ausbildung von Lehrkräften vor Problemen. Die jährlich 1000 zum Wintersemester angebotenen Studienanfängerplätze für Lehramtsstudierende an den Universitäten Halle und Magdeburg können nicht komplett besetzt werden, wie das Wissenschaftsministerium auf Nachfrage mitteilte. Hinzu kommt, dass es deutlich weniger Absolventen gibt als angestrebt.

Vorläufigen Zahlen zufolge konnten im laufenden Wintersemester insgesamt 974 Studienanfänger im ersten Fachsemester immatrikuliert werden. Darunter seien aber auch alle Hochschul- und Studiengangswechsler, die ein Studium für ein Lehramt aufgenommen hätten. Die reine Zahl der Studienanfänger im ersten Hochschulsemester betrage 684.

Viele Lehramtsstudierende kommen zudem nicht bis zum Abschluss, wie eine Erhebung des Wissenschaftsministeriums zeigt. So habe die Absolventenquote an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im vergangenen Jahr bei 47 Prozent gelegen. Auf 293 Absolventen kamen 619 Studienanfänger. Es wurden 126 Exmatrikulationen gezählt, etwa weil das Studium ohne Prüfung beendet oder endgültig abgebrochen wurde oder weil die Studierenden sich nicht zurückgemeldet haben. 2018 hatte die Absolventenquote noch bei 68 und 2019 bei 51 Prozent gelegen.

An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, an der das Studium anders organisiert ist, betrug die Absolventenquote laut der Berechnung des Ministeriums 69 Prozent nach rund 80 Prozent in den beiden Vorjahren. Bei 79 Absolventen gab es den Angaben zufolge 114 Studienanfänger und acht Exmatrikulationen. Erfasst wurden für Magdeburg nur die Master- und nicht die Bachelorstudiengänge. Die Studiengänge und Absolventenquoten seien zwischen Halle und Magdeburg somit nicht unmittelbar vergleichbar.

Für beide Universitäten gilt aber eine Zielvereinbarung mit einer vorgegebenen Absolventenquote von 75 Prozent. Während die Uni Magdeburg die Quote in den vergangenen Jahren überwiegend erreicht habe, sei das in Halle nicht der Fall. „An beiden Universitäten geht die Absolventenquote seit 2018 zurück“, erklärte das Ministerium.

Ganz einfach liegen die Dinge in der Statistik laut Ministerium nicht. So gebe es an der Universität Halle mit bis zu 30 Prozent einen verhältnismäßig hohen Anteil von Studierenden, der zusätzlich zu den üblichen zwei Fächern ein drittes Studienfach wähle. Viele beendeten das Studium mit Abschluss in zwei Fächern, aber ohne Abschluss im dritten. Statistisch erschienen diese Hochschulabgänger sowohl als Absolventen als auch als Abbrecher. Die Universität habe das Problem erkannt und werde die Drittfachstudierenden künftig gesondert statistisch erfassen und so die Abbrecherzahlen bereinigen.

Die Universität Halle werde künftig ein Monitoring starten. Dabei solle die Entscheidung zur Exmatrikulation rückblickend beleuchtet werden, die Vorkenntnisse und Fähigkeiten der Studierenden, ihre Studienmotivation, die Studienbedingungen und die Anforderungen sowie die Lebenssituation während des Studiums - aber auch die Situation nach der Exmatrikulation mit einem Studiengangswechsel, einem Hochschulwechsel oder einer Berufstätigkeit.

Der Rektor der Uni Halle, Christian Tietje, erklärte: „Wir nehmen unsere gesellschaftliche Verantwortung sehr ernst und investieren viel, um Lehrerinnen und Lehrer für Sachsen-Anhalts Schulen gut auszubilden - nicht nur fachlich. Wir beraten und coachen Studierende im Studium, damit sie im Klassenzimmer gut bestehen können.“ Tietje ergänzte: „Und zum Beratungseffekt gehört auch: Nicht jeder Abbruch ist tatsächlich ein Abbruch, oft wechseln die Studierenden nur das Fach oder die Schulform.“ dpa

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