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Viele Kommunen bieten nur noch eingeschränktes Impfangebot

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Corona-Impfung
Eine Ärztin impft eine Frau gegen Corona. © Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild

Die Nachfrage nach Impfungen gegen das Coronavirus sinkt in Sachsen-Anhalt. Viele Städte und Landkreise reagieren und dämmen ihr Angebot ein.

Magdeburg - Noch vor wenigen Monaten standen die Menschen vor den Impfstellen in Sachsen-Anhalt Schlange. Jetzt ist die Zahl der Impfwilligen überschaubar. Viele Kommunen reagieren und schränken ihre Impfangebote ein, wie aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht. Die Nachfrage sei sehr verhalten und könnte deutlich besser sein, sagte etwa eine Sprecherin des Landkreises Börde.

Die Stadt Magdeburg hat ihren Impfpunkt mittlerweile sogar ganz geschlossen. Die letzten Impfungen des mobilen Impfteams der Landeshauptstadt seien am 19. März 2022 erfolgt, sagte ein Sprecher der Stadt. Impfwillige können sich nun nur noch an Haus- und Facharztpraxen wenden.

Die meisten Landkreise wollen aber ein Grundangebot aufrechterhalten, um die Ärzte weiter zu entlasten. In Sangerhausen (Mansfeld-Südharz) und in Quedlinburg (Harz) öffnen etwa noch jeden Freitag die Impfstellen. Auch der Impfbus im Harz ist noch einmal pro Woche unterwegs. In Staßfurt im Salzlandkreis wird vorerst bis Ende Mai montags und freitags geimpft. Auch mobile Angebote gibt es immer mal wieder. Im Altmarkkreis Salzwedel gibt es mittwochs in Salzwedel und donnerstags in Gardelegen Impfangebote.

Einschränkungen gibt es auch im Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Das Impfzentrum in Köthen sei bei Weitem nicht ausgelastet, sagte ein Sprecher. „Deshalb wurden die sonst wochentägliche Öffnungszeit auf zwei Tage in der Arbeitswoche reduziert.“ Die mobilen Teams werden den Angaben zufolge kaum noch angefordert. Das Impfzentrum in Stendal ist noch bis zum kommenden Mittwoch geöffnet. Ab nächster Woche geht es bis Ende Mai aber mit Impfungen in den Verbands- und Einheitsgemeinden weiter.

Haben sich in Halle im Januar noch über 44.000 Menschen eine Impfung in den Zentren und bei den Hausärzten abgeholt, waren es im März nur noch etwas über 8000. Im April bislang sogar nur gut 2000 Menschen. Die Saalestadt schließt daher ab dem 15. Mai ein Impfzentrum - allerdings soll es im September wieder an anderer Stelle eröffnet werden. Es sei vor allem auch eine taktische Erwägung, dass der Schwerpunkt der Impfungen am Beginn der sogenannten Erkältungssaison liegen müsse, erklärte der Leiter des Pandemiestabes, Tobias Teschner. Zwei Impfstellen in der Stadt bleiben den Angaben zufolge aber als Ergänzung zu den niedergelassenen Ärzten erhalten.

Der Saalekreis und der Landkreis Wittenberg halten hingegen an dem kontinuierlichen Betrieb fest. Die Impfstelle in Merseburg ist aktuell an allen Wochentagen geöffnet, die in Wittenberg montags bis samstags. Im Burgenlandkreis öffnen sogar noch vier Impfzentren an sechs Tagen pro Woche die Türen.

Bis zum Jahresende sollen die Kosten der Corona-Impfzentren und der mobilen Impfteams weiter zu gleichen Anteilen von Bund und Ländern finanziert werden. Die Ministerpräsidentenkonferenz hatte am 7. April erklärt, dass das Ziel sei, „die für die allgemeine Impfkampagne in Deutschland aber auch für die Versorgung von Geflüchteten aus der Ukraine wichtige und flexible Infrastruktur vor Ort weiter aufrechtzuerhalten“.

Eine höhere Nachfrage von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine ist bei den Impfzentren in Sachsen-Anhalt allerdings bislang nicht spürbar. Einige Geflüchtete nehmen die Impfangebote an, dies schlage sich jedoch nicht bemerkbar in den Impfzahlen nieder, hieß es etwa seitens des Altmarkkreises Salzwedel. dpa

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