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Ausschreitungen bei Corona-Protesten: Polizisten verletzt

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Corona-Proteste
Demonstranten ziehen mit einem Banner durch die Straßen. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Tausende Menschen gehen am Montag bundesweit auf die Straßen und protestieren gegen die Corona-Schutzmaßnahmen. Der Protest bleibt nicht immer friedlich. In Sachsen gibt es Verletzte.

Bautzen - In mehreren Orten Sachsens sind am Montagabend erneut Kritiker der Corona-Politik auf die Straße gegangen. Bei Protesten in Bautzen kam es dabei zu Ausschreitungen. Nach Angaben der Polizei wurden mehr als zehn Einsatzkräfte verletzt und einige Fahrzeuge beschädigt. Die meisten der verletzten Beamten hätten ein Knalltrauma erlitten, sagte ein Polizeisprecher am späten Abend.

Nach Angaben des Sprechers war ab etwa 18.00 Uhr ein starker Zulauf zu den Protesten in der ostsächsischen Stadt zu verzeichnen. Insgesamt hätten sich etwa 500 Menschen an den Demonstrationen beteiligt, die sich quer durch die etwa 50 Kilometer östlich von Dresden liegende Stadt in der Oberlausitz zogen. Sie formierten sich zu einem Aufzug, den die Polizei zu stoppen versucht habe, wie diese in der Nacht zum Dienstag mitteilte. Dabei seien die Einsatzkräfte mit Flaschenwürfen und Pyrotechnik sowie körperlicher Gewalt angegriffen worden. Die Beamten hätten Reizgas und Schlagstöcke eingesetzt. Nach Angaben des Polizeisprechers waren im vorderen Drittel der Demonstrationszüge „Personen eher dem extremistischen Spektrum zuzuordnen“.

Letztlich sei es gelungen, zunächst etwa 150 Menschen festzusetzen und deren Identität aufzunehmen. Später seien etwas entfernt rund 40 Personen gestoppt worden. Die Beamten der Polizeidirektion Görlitz wurden nach den Angaben von der Bereitschaftspolizei unterstützt. Zeitweise seien auch Bundespolizisten zur Hilfe gekommen.

Wegen extrem hoher Infektionszahlen erlaubt die Corona-Verordnung in Sachsen derzeit nur ortsfeste Versammlungen mit maximal zehn Teilnehmern. Gegner der Corona-Politik versuchen seit Wochen diese Regelungen zu unterlaufen, indem sie zu vermeintlichen Spaziergängen aufrufen.

Auch in zahlreichen anderen Orten in Sachsen versammelten sich am Montag Hunderte Menschen. Alleine im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz waren deshalb nach Polizeiangaben gut 500 Beamte im Einsatz. So zogen etwa 400 Menschen nach Polizeiangaben in verschiedenen Gruppierungen durch Freiberg. Sie hätten sich selbst wieder zerstreut, sagte eine Polizeisprecherin. Strafanzeigen seien nicht aufgenommen worden. In Chemnitz beobachteten Polizisten etwa 150 Menschen, die in losen Gruppen durch die Straßen liefen. Weitere Aktionen gab es nach Polizeiangaben in Frankenberg, Mittweida, Oelsnitz im Erzgebirge und Zwönitz.

Im Raum Leipzig und in Nordsachsen hatte es nach Polizeiangaben insgesamt rund 30 Aufrufe zu Protesten gegen Corona-Maßnahmen gegeben. An mehreren Orten schritten Polizisten ein und stellten Verstöße gegen die aktuellen Corona-Regelungen fest, wie es hieß.

Im Leipziger Stadtteil Engelsdorf sei ein Aufzug mit 250 Personen gestoppt worden, sagte ein Sprecher der dortigen Polizei. In der Leipziger Innenstadt sei eine Ansammlung auf dem Augustusplatz frühzeitig unterbunden worden. Laut Polizei wurden 13 Platzverweise erteilt und zwölf Ordnungswidrigkeiten festgestellt. dpa

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