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Capretti soll neue Impulse setzen und Abstieg verhindern

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Dynamo Dresdens neuer Trainer Guerino Capretti
Dynamo Dresdens neuer Trainer Guerino Capretti steht vor dem Vereinslogo. © Robert Michael/DPA-Zentralbild/dpa

Guerino Capretti soll Dynamo Dresden in den verbleibenden zehn Saisonspielen aus der sportlichen Negativserie befreien und den Klassenerhalt sichern. Der 40 Jahre alte Coach erhält einen Vertrag bis 2024 mit ausschließlicher Gültigkeit für die 2. Liga.

Dresden - Nun also Guerino Capretti. Nur einen Tag nach der Freistellung von Alexander Schmidt hat Dynamo Dresden am Mittwoch den neuen Trainer präsentiert. Capretti übernimmt das Amt beim Fußball-Zweitligisten und erhält einen Vertrag bis 2024. Der Kontrakt des 40-Jährigen besitzt seine Gültigkeit ausschließlich für die 2. Liga.

„Wir waren der Meinung, dass wir eine Veränderungen brauchen, um unser gestecktes Ziel, den Klassenerhalt, im letzten Viertel der Saison zu schaffen“, erklärte Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Becker. Dies wolle man mit einem Trainer schaffen, der mit jungen und entwicklungsfähigen Spielern arbeiten kann. „Rino hat bewiesen, dass er das kann. Auch in einem Verein, der weitaus weniger Möglichkeiten hat als wir. Ich finde, er ist eine Top-Lösung“, sagte Dresdens Sportchef.

Becker bezog sich mit dieser Aussage vor allem auf zwei Duelle aus der Vergangenheit. In der Drittligasaison 2020/21 waren die Dresdner zweimal auf Capretti, damals noch in Diensten des SC Verl, getroffen. Zwar hatten die Verler die erste Partie noch mit 1:4 verloren, was den eigentlichen Spielverlauf jedoch nicht im Ansatz wiederspiegelte. Die mutige, aggressive und offensivorientierte Spielweise der Capretti-Elf war dann im Rückspiel beim für Dresden glücklichen 1:1 voll zum tragen gekommen. Seitdem sei das Interesse an dem Fußballlehrer gewachsen, sagte Becker.

Capretti selbst zeigte sich beeindruckt von den ersten Eindrücken in seiner neuen Heimat. „Mir gefällt die Stadt mit all ihrem Barock. Auch der Verein hat eine wahnsinnige Strahlkraft“, sagte der Deutsch-Italiener bei seiner Vorstellung. Der erste Rundgang durch den Mitte 2020 für rund 20 Millionen Euro fertiggestellten Trainingskomplex habe keine Wünsche offengelassen.

Dass im Fußballgeschäft aber nicht alles Gold ist, was glänzt, hat Capretti vor Kurzem selbst am eigenen Leib erfahren müssen. Nach rund fünf Jahren beim SC Verl war für Capretti, der die unerfahrene Mannschaft zur Überraschung vieler Beobachter im Sommer 2020 in die 3. Liga geführt hatte, Schluss. Nachdem viele Stammkräfte den Verein verlassen hatten, konnte nicht an die erfolgreiche erste Drittliga-Spielzeit angeknüpft werden. Aus Angst vor einem drohenden Abstieg wurde der Fußballlehrer am 15. Februar entlassen.

Deshalb sah sich Capretti, der selbst noch nie ein Zweitligaspiel an der Seitenlinie geleitet hat, am Mittwoch mit der Frage konfrontiert, ob er der Aufgabe gewachsen sei. „Ich habe all das studiert, was man für den Abstiegskampf braucht: Sport, Mathematik und katholische Religion“, antwortet der 40-Jährige und hatte somit einige Schmunzler auf seiner Seite.

In den verbleibenden zehn Spielen geht es für Dynamos neuen Trainer nun in erster Linie darum, die Mannschaft hinter sich und seiner Fußballidee zu vereinen. Das war seinem Vorgänger zuletzt nicht mehr gelungen, was sich nicht zuletzt auf das Offensivspiel ausgewirkt hatte. In den vergangenen sieben Spielen waren den Sachsen gerade einmal drei Treffer gelungen. „Die Torausbeute ist entwicklungsfähig - sehr diplomatisch, ich weiß“ sagte Capretti verlegen schmunzelnd.

Aktuell trennt Dynamo nur noch ein Punkt vom Abstiegs-Relegationsplatz. Am Sonntag müssen die Sachsen bei Spitzenreiter Werder Bremen (13.30 Uhr/Sky) antreten. dpa

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