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Dynamo Dresden patzt sich Richtung Relegation

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SG Dynamo Dresden - FC Schalke 04
Dynamos Trainer Guerino Capretti steht im Stadion. © Robert Michael/dpa

Lob gab es bereits in den Vorwochen reichlich, Punkte jedoch eher weniger. Auch an diesem Spieltag wusste Dynamo gegen klar favorisierte Schalker zu gefallen. Während Dresdens offensive Lebensversicherung fehlte, patzte ausgerechnet der defensive Anker.

Dresden - Tim Knipping brachte es auf den Punkt: „Das Spiel ist bezeichnend für die letzten Wochen“, sagte der Abwehrspieler der SG Dynamo Dresden nach der 2:1 (1:0) Niederlage gegen den FC Schalke 04 am Freitagabend. Wie schon in den Vorwochen hatten die abstiegsbedrohten Sachsen die Chance auf den Befreiungsschlag. „Auch Schalke haben wir gut laufen lassen und die ein oder andere Chance gehabt“, erklärte Knipping. Und dennoch ist der Tabellensechzehnte seit nunmehr elf Spielen sieglos. Auch weil der Kapitän zweimal patzte.

Freitagabend, Flutlicht, ein erstmals seit 754 Tagen wieder ausverkauftes Stadion, ein Bundesliga-Urgestein vor der Brust - der Rahmen für den ersten Dynamo-Sieg in diesem Jahr hätte kein besserer sein können. Und tatsächlich starteten die Schwarz-Gelben gut in die Partie. „Wir hatten eine gute Spielkontrolle“, meinte Cheftrainer Guerino Capretti. „Wir haben schnell Druck gemacht und dann auch gute Ballgewinne erzielt.“ So auch in der 26. Minute, als Dynamo schnell konterte und Paul Wills abgefälschter Distanzschuss am Pfosten landete.

Quasi mit dem Halbzeitpfiff ging jedoch nicht Dynamo, sondern Schalke in Führung. Kapitän Knipping verlor im Spielaufbau viel zu einfach den Ball. „Die Mannschaft wurde durch eine Unaufmerksamkeit von meiner Seite bestraft“, entschuldigt sich der Abwehrchef anschließend bei seinen Mitspielern. Beim Versuch, den Fauxpas des Nebenmanns auszubessern, holte Will Schalkes Topstürmer Simon Terodde von den Beinen. Den fälligen Strafstoß verwandelte der Gefoulte (45.) selbst. „Das ist natürlich unglaublich bitter. Das geht ganz klar auf meine Kappe,“ erklärte Knipping.

Auch direkt nach dem Seitenwechsel waren es wieder Dynamos Abwehrrecke und Schalkes Tormaschine, die im Mittelpunkt standen. Während Knipping sich den Ball bei einem Verteidigungsversuch zu leicht abluchsen ließ, versenkte Terodde (52.) die daraus resultierende Flanke per Kopf mustergültig im langen Eck. Aber auch nach dem Rückstand steckt Dynamo nicht zurück. In der 70. Minute traf Will, der den Elfmeter zum 0:1 noch selbst verursachte, nach einer Flanke von Chris Löwe, ebenfalls per Kopf zum Anschluss. Die Gäste agierten in der Folge verunsichert, beinahe wäre der Schalker Hintermannschaft ein Eigentor (74.) unterlaufen. Dynamo rannte an, konnte aber keine wirklich klare Torchance mehr erspielen.

Die 1:2-Niederlage war erneut knapp, aber am Ende nicht unverdient. „Wir haben oft gesagt, dass wir nicht schlecht gespielt haben, aber am Ende des Tages haben wir trotzdem verloren“, erklärte Offensivspieler Morris Schröter. Der 26-Jährige machte anschließend klar: „Wenn man das die gesamte Saison erzählt, steht man am Ende ganz unten.“

Tatsächlich hatte Dynamo zuletzt ausschließlich Spitzenteams (Bremen, St. Pauli, Nürnberg, Schalke) vor der Brust. Eine Ausbeute von lediglich zwei Punkten aus dieser Zeit sind im Abstiegskampf dennoch zu wenig. S04-Trainer Mike Büskens traut den Sachsen den Klassenverbleib dennoch zu. „Diese Mannschaft hat eine richtig gute Qualität. Ich kann mir Stand heute nicht vorstellen, dass Dynamo in der Relegation spielen wird.“ Am kommenden Sonntag treffen die Dresdner im Kellerduell auf den Tabellennachbarn SV Sandhausen (13.30 Uhr/Sky). Dann sollte auch Topstürmer Christoph Daferner (zwölf Treffer, ein Assist) nach überstandener Corona-Infektion wieder zur Verfügung stehen. dpa

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