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Gas-Not: Erster Vermieter stoppt Warmwasser und Heizung - Mieterverein spricht von „schwerem Mietmangel“

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Von: Momir Takac

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Gas wird spätestens im Winter ein sehr knappes Gut. In Sachsen zwingt ein Mieter bereits jetzt Menschen in 600 Wohnungen zum Sparen.

Dippoldiswalde - Von Tag zu Tag lässt sich immer besser erahnen, was in Deutschland spätestens ab Herbst blüht. Aufgrund rasant steigender Energiepreise, die vornehmlich durch den Ukraine-Krieg und den damit verbundenen Unsicherheiten bei der Gas- und Ölversorgung angefeuert werden, dürften sich die Menschen in Deutschland auf Sparmaßnahmen gefasst machen. Die Netzagentur befürchtet gar einen Totalausfall russischer Gas-Lieferungen.

Sachsen: Vermieter dreht Gashahn zeitweise ab - 600 Wohnungen von Einschränkung betroffen

Ein Vermieter in Sachsen hat damit bereits jetzt begonnen. In Dippoldiswalde südlich von Dresden müssen Mieter einer Siedlung Einschränkungen bei Heizung und Warmwasser hinnehmen. Die Wohnungsgenossenschaft Dippoldiswalde informierte die Mieter - immerhin sind 600 Wohnungen betroffen - per Aushang im Eingangsbereich über die Einsparungen.

Eine Frau duscht. Wer lange und ausgiebig duscht, spart beim Baden mehr Wasser – oder?
Wer lange und ausgiebig duscht, spart beim Baden mehr Wasser – oder? © Shotshop/Imago

Auf dem Zettel, der der Bild vorliegt, steht: „Die Preise für Gas und Strom steigen weiter. Wie in der Mitgliederversammlung schon angekündigt, müssen wir jetzt für den Winter sparen.“ Auf die Heizung müssen die Bewohner bis September komplett verzichten. Warmwasser gibt es nur noch dreimal am Tag: von vier bis acht Uhr am Morgen, von elf bis 13 Uhr sowie von 17 bis 21 Uhr (Wochenende ab 16 Uhr). Vielleicht kommen die Menschen damit wenigstens um eine Preiserhöhung durch die Energieversorger herum, die vielen Haushalten nun blühen könnte.

Gas-Not: Mieterverein sieht in Strom- und Heizungseinschränkung „schweren Mietmangel“

Eine Begründung für die Maßnahme lieferte der Genossenschafts-Vorstand: „Es geht nicht darum, die Mieter zu ärgern, sondern sich auf das einzustellen, was wir im nächsten Jahr vielleicht sonst nicht mehr bezahlen können“, wird Falk Kühn-Meisegeier in der Bild zitiert. Man wolle, dass Mieter gut durch die Krise kommen, hieß es weiter. Dort offenbar bereits angekommen ist der größte Importeur von russischem Gas in Deutschland. Der Energieriese Uniper braucht Hilfe der Bundesregierung.

Ebenfalls zu Wort kam der Mieterverein Dresden. Dieser sieht in der Maßnahme einen „schweren Mietmangel“, wogegen „man mit Mietminderung vorgehen“ könne. „Wir haben derzeit keine Notsituation. Es gibt Gas“, sagte Florian Bau der Bild. Wer trotzdem sparen will, erhält hier vier Tipps, wie man den Gasverbrauch schon beim Duschen senken kann. (mt)

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