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Hoffnung und Durchhalteparolen: Entscheidende Spiele für Aue

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Erzgebirge Aue - Holstein Kiel
Kiels Benedikt Pichler (M) im Angriff gegen Aues Anthony Barylla (l) und Aues Gaetan Bussmann. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Wiedergutmachung ja, Punktgewinn nein. Der FC Erzgebirge Aue findet einfach keinen Ausweg aus der Negativspirale. An der Einstellung liegt die Niederlage gegen Kiel nicht. Die Mannschaft schafft es nicht, sich zu belohnen.

Aue - Acht verlorene Heimspiele, nur ein Punkt in der Rückrunde - der FC Erzgebirge Aue hat die Bilanz eines künftigen Drittligisten. Wenn dann auch noch das Spielglück verloren geht wie beim 2:3 (0:2) gegen Holstein Kiel, muss man um die „Veilchen“ fürchten. Teamchef Marc Hensel brachte es wie Vereinschef Uwe Leonhardt auf den Punkt: „Es ist nicht fünf vor Zwölf, es ist um Zwölf.“ Und dennoch gibt es da Anzeichen, dass im finsteren Schacht noch ein Hoffnungsfünkchen zu sehen ist.

Allerdings klingen die Ansagen, die mittlerweile aus dem Erzgebirge zu hören sind, erstmal nur noch wie Durchhalteparolen. „Wir haben gezeigt, dass wir noch leben. Ich bin mir sicher, dass wir, wenn wir weiter mit so einer Einstellung in die Spiele gehen, wir noch einige Punkte holen und diese zum Klassenerhalt reichen“, sagte Sportdirektor Pavel Dotchev nach dem Kiel-Spiel. Ins gleiche Horn blies Teamchef Marc Hensel. „Wir haben keine andere Chance als weiter zusammenzuhalten. Wir werden immer stehen. Wir haben noch die Chance. Wir wissen ja nicht, was in den nächsten Wochen auch bei den Gegnern passiert“, sagte Hensel und forderte: „Wir müssen uns in einen Lauf reinspielen, aber natürlich müssen wir den Negativlauf erstmal beenden.“

Der Hoffnungsschimmer wird genährt vom Auer Auftritt gegen die „Störche“. Nach der desolaten Leistung beim 0:2 in Sandhausen stimmte diesmal die Einstellung, die Körpersprache. „Wir haben gut kommuniziert auf dem Platz, hatten ein gutes Zweikampfverhalten, hatten ein gutes Umkehrverhalten. Es war alles so, wie wir uns das vorgenommen hatten“, berichtete Dotchev. Was nicht gut war: Kiel machte aus anderthalb Chancen zwei Treffer, darunter das Eigentor von Sören Gonther. Und weil auch Soufiane Messeguem kurz vor der Pause nach einem Foul die Rote Karte gesehen hatte, wettete kaum noch jemand einen Cent auf die Gastgeber.

Doch der FC Erzgebirge zeigte Auer Tugenden. „Es klingt vielleicht komisch, aber es war von der Körpersprache, auch vom Spielerischen her eines unserer besten Spiele der Saison. Das 0:2 zur Pause und auch die Rote Karte waren ein zusätzlicher Motivationsschub. Jeder im Stadion hat gesehen, dass wir liefern wollten“, sagte Kapitän Martin Männel. Aue kam zurück, schaffte den Ausgleich, um in der Nachspielzeit dann doch noch zu verlieren. „Fußball ist ein Fehlersport und wir machen derzeit zu viele“, sagte Gonther und betonte: „Wir werden wieder aufstehen und kämpfen. Wir können es. Wir müssen nur immer wieder auf solchen Leistungen aufbauen und weniger Fehler machen.“

In Aue hat das ganz große Zittern und nun auch Rechnen begonnen. Denn schon am nächsten Sonntag gibt es das nächste gefühlte Abstiegs-Finale für die Sachsen. Es geht zur ebenfalls gebeutelten Fortuna nach Düsseldorf. „Das wird für uns ein schönes Endspiel, da müssen wir alles reinhauen in Düsseldorf“, sagte Routinier Jan Hochscheidt. dpa

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