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Kultusminister will mehr zusätzliches Personal an Schulen

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Christian Piwarz
Christian Piwarz (CDU), Kultusminister von Sachsen. © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Sachsens Schüler brauchen nach Ansicht von Kultusminister Christian Piwarz (CDU) mehr Unterstützung. „Wir müssen unbedingt mehr zusätzliches Personal in die Schulen bekommen“, erklärte er am Montag im Interview mit der „Leipziger Volkszeitung“. Dabei sei es wichtig, dass nicht nur ausreichend Lehrerstellen zur Verfügung stünden, sondern auch die gerade eingeführten Assistenzsysteme zumindest weitergeführt werden.

Dresden - Man brauche den Schulterschluss mit Kommunen, die für die Schulsozialarbeit zuständig seien. Bei den Diskussionen über die Haushalte der Landkreise drohe dieses Thema „ab und an hinten runter zu fallen“.

Piwarz hatte sich in einem Doppelinterview zusammen mit der Chefin des Landeselternrates, Nicolle Möller, zur Bilanz der Schulen zwei Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie geäußert. „Wir mussten Dinge tun, auf die unser Bildungssystem nicht vorbereitet gewesen ist“, betonte er. Häufig habe es kurzfristige Entscheidungen gegeben. Kritik daran könne er nachvollziehen. In der bundesweiten Diskussion sei lange vernachlässigt worden, „was es mit Kindern macht, wenn sie nicht zur Schule gehen können“. Rückblickend hätte man früher auf die Interessen der Kinder eingehen müssen und die Pandemie nicht nur aus der medizinischen Perspektive sehen dürfen.

Möller forderte im Interview unter anderem, mehr Schulsozialarbeiter und -psychologen einzustellen. Nicht jeder Lehrer merke, wenn sich ein Kind zurückziehe, viele Eltern seien dem nicht gewachsen. Piwarz äußerte sich auch zu Rückständen im Lernen: „Schule kann zwar einen wesentlichen Teil leisten, aber ich sehe die gesamte Gesellschaft gefordert. Es geht um Jugendhilfe, soziale Hilfssysteme, auch um den medizinischen Bereich.“ Man müsse zum einen den Druck herausnehmen und zum anderen den Kindern ausreichend Zeit geben. „Die Defizite sind individuell - uns so müssen wir auch herangehen, wenn es um das Aufholen geht. Das ist kein Sprint, sondern wird ein Marathon.“ dpa

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