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Prozess um Juwelendiebstahl: Zeugin sah Männer am Tatort

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Justitia
Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts. © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Mit Zeugenvernehmungen ist der Prozess um den Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden am Dienstag fortsetzt worden. Eine 35 Jahre alte Frau - Sicherheitsmitarbeiterin der Semperoper - gab zu Protokoll, am Morgen des 25. November 2019 am Tatort zwei Männer und ein Auto mit offenem Kofferraum gesehen zu haben. Die Männer hätten sich in einer fremden Sprache unterhalten, sagte sie bei dem Prozess am Landgericht Dresden.

Dresden - Die Frau, die an dem betreffenden Morgen auf dem Weg zur Arbeit war, ging davon aus, dass sich die Männer vielleicht in einer osteuropäischen Sprache unterhielten. Den offenen Kofferraum habe sie trotz der Dunkelheit wahrnehmen können, weil er beleuchtet war.

Eine weitere Zeugin, Mitarbeiterin am Einlass des Sächsischen Landtages, die an diesem Morgen gleichfalls zur Arbeit ging, hatte unter anderem zwei Männer an der Schinkelwache gegenüber des Grünen Gewölbes bemerkt. Zu diesem Zeitpunkt sollen die Juwelendiebe den Tatort allerdings schon wieder verlassen haben. Ihr sei es unheimlich gewesen, weil der gesamte Straßenzug wegen fehlender Beleuchtung im Dunkeln lag, sagte sie. Deshalb sei sie auch in Panik geraten, als sie die beiden Männer sah. Diese hätten sich aber abgewendet und wären in entgegengesetzter Richtung weggegangen.

In dem Verfahren stehen sechs Männer im Alter zwischen 23 und 28 Jahren vor Gericht. Die Deutschen stammen aus einer bekannten arabischstämmigen Berliner Großfamilie und sind wegen schweren Bandendiebstahls, Brandstiftung und besonders schwerer Brandstiftung angeklagt. Sie sollen 21 Schmuckstücke mit insgesamt 4300 Diamanten und Brillanten im Gesamtwert von über 113 Millionen Euro aus der Schatzkammer gestohlen und im Zuge des spektakulären Coups auch Sachschäden in Höhe von über einer Million Euro hinterlassen haben. Sie wurden bei mehreren Razzien in Berlin gefasst.

Nach den Worten des Vorsitzenden Richters Andreas Ziegel will sich die Kammer nun schnell damit befassen, wie die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen auf die Angeklagten stieß. Im Kern geht es dabei um DNA-Spuren und Spuren, die Mantrailer (Spürhunde) fanden. Das Gericht will dabei auch einen Chemiker als Sachverständigen hören, der darüber Auskunft geben soll, inwieweit Spürhunde Geruchsmoleküle auch nach längerer Zeit wahrnehmen können. Am 22. März will das Gericht Michael John, Leiter Bau, Technik, Sicherheit bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, verhören. dpa

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