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Sachsen negativer Corona-Spitzenreiter: Neue Regeln folgen

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Corona-Test
Eine medizinische Mitarbeiterin hält einen Tupfer für einen Abstrich in der Hand. © Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild

Die Corona-Infektionslage in Sachsen hat sich am Wochenende zugespitzt. Inzwischen ist der Freistaat negativer Spitzenreiter bundesweit. Am Montag treten nun strengere Schutzregeln in Kraft. Wird das die Situation entschärfen?

Dresden - Sachsen ist wieder negativer Spitzenreiter der Corona-Pandemie in Deutschland. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts übersprang die Sieben-Tage-Inzidenz am Wochenende die Marke von 400 und wurde am Sonntag mit 444,0 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern ausgewiesen - so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Angesichts der rasanten Entwicklung gelten ab Montag in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens strengere Regeln. So haben nur noch Geimpfte und Genesene (2G) Zutritt etwa zu Innengastronomie, Diskotheken sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen. Ausnahmen gibt es für Kinder, Jugendliche und Menschen, die sich nicht impfen lassen können.

Das betrifft ab Montag auch Besucher des Leipziger Zoos. Es sei nicht möglich, den Zutritt vor den Tierhäusern und der Gastronomie einzeln zu kontrollieren, erklärte Zoodirektor Jörg Junhold am Sonntag. „Und weil wir zudem das Ansinnen der Regierung unterstützen, haben wir uns dazu entschlossen, die 2G-Regel auf den gesamten Zoo anzuwenden.“

Verschärfungen kündigten auch weitere Krankenhäuser an. So gilt ab Montag am Dresdner Universitätsklinikum ein Besuchsverbot. Patienten dürften nur noch in Ausnahmefällen und nach vorheriger Absprache besucht werden, informierte das Klinikum. Für alle Patienten mit Routineuntersuchungen oder verabredeten Terminen gelte die 3G-Regel (geimpft, getestet, genesen).

„Wir haben schwere Wochen vor uns. Das Personal in den Krankenhäusern ist erschöpft“, betonte der Medizinische Vorstand Michael Albrecht. „Jeder draußen kann die Kliniken des Freistaats unterstützen, indem er sich für eine Impfung entscheidet oder zeitnah eine Boosterimpfung wahrnimmt.“ Die Delta-Variante des Coronavirus habe ein viel höheres Ansteckungspotenzial als die Wildtyp-Variante vor einem Jahr. Weil ein großer Teil der Bevölkerung Sachsens noch ungeimpft sei, habe das Virus leichtes Spiel. Zudem lasse der Impfschutz mit der Zeit nach.

Am Freitag hatte die Wocheninzidenz in Sachsen noch bei 385,7 gelegen, am Samstag dann schon bei 415,8. Am Sonntag lag der Wert bereits in fünf der zehn Landkreise und drei kreisfreien Städte über der 500er-Marke. Besonders betroffen ist die Region Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit einem Wert von 865,1. So rasant ist derzeit das Infektionsgeschehen in keinem anderen Landkreis in Deutschland. Auch das Helios Klinikum in Pirna verhängte angesichts der aktuellen Entwicklung ab Montag ein generelles Besuchsverbot.

In Sachsen gilt schon seit einigen Tagen die sogenannte Vorwarnstufe, weil die Bettenbelegung mit Corona-Infizierten in den Krankenhäusern eine kritische Zahl erreicht hat. Laut einer Übersicht des Gesundheitsministeriums wurden am Sonntag 973 Covid-Patienten auf Normalstationen und 256 auf Intensivstationen behandelt. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatte jüngst erklärt, sie rechne damit, dass die Überlastungsstufe schon am 10. oder 11. November erreicht werde. Das hieße, dass 1300 Normalbetten und 420 Intensivbetten belegt sind. dpa

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