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Studie: Sachsen mehrheitlich offen für Erneuerbare Energien

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Wolfram Günther
Wolfram Günther (Bündnis 90/Die Grünen), Umweltminister von Sachsen, steht vor einer Windkraftanlage. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Die sächsische Bevölkerung ist laut einer Studie im Auftrag des Umweltministeriums mehrheitlich offen für Erneuerbare Energien (EE). 64 Prozent sehen diese sehr positiv oder eher positiv. Ein Viertel ist den Angaben zufolge neutral eingestellt, 10 Prozent sehen die Energieformen eher oder sehr negativ. Umwelt- und Energieminister Wolfram Günther (Grüne) sprach am Freitag bei der Vorstellung der Studie in Dresden von einem „klaren Ergebnis“.

Dresden - Aber auch der Anteil der Kritiker sei ein Auftrag, vor Ort noch mehr für Akzeptanz zu werben. Befragt wurden die Studienteilnehmer den Angaben zufolge bereits im September.

Laut Umfrage findet die Energiewende etwas weniger Zustimmung bei den Sächsinnen und Sachsen. Knapp die Hälfte (49 Prozent) bewertet sie positiv, 32 Prozent gaben ihre Haltung als neutral an. 17 Prozent äußerten, dass sie die Energiewende negativ sehen.

Zwischen der Bevölkerung auf dem Land und in der Stadt zeichnet sich bei den Bewertungen nur ein leichter Unterschied ab: So sehen 64 Prozent der Stadtbewohner die Erneuerbaren Energien positiv, bei der Landbevölkerung lag der Anteil mit 61 Prozent leicht darunter. Bei der Einschätzung der Energiewende unterschied sich die Zustimmung deutlicher: 51 Prozent der Städter sehen sie positiv, aber nur 46 Prozent der Menschen auf dem Land.

Den Ausbau von EE-Anlagen bewertete gut ein Fünftel (21 Prozent) kritisch. Dabei variierte die Einschätzung stark nach den Energieformen: Wasserkraft stieß bei 2 Prozent auf Ablehnung, Geothermie bei 6 Prozent, Biomasse bei 8 Prozent. Kritischer werden der Ausbau von Solarparks (13 Prozent) und Windenergie gesehen (16 Prozent).

Günther zufolge war im Vorfeld der Umfrage nicht absehbar, dass zwei Drittel der Menschen bei Erneuerbaren Energien positiv gestimmt seien. Sachsen unterscheide sich damit nicht vom Bundesdurchschnitt. Dort, wo Menschen Erfahrungen mit diesen Energien hätten, sei die Akzeptanz größer. Wenn man einen Sprung beim Ausbau Erneuerbarer Energien machen wolle, müsse es eine „Grundhaltung des Ermöglichens“ geben. Man brauche nur noch Regelungen, die den Ausbau förderten und nicht verhinderten. Es sei auch eine Frage der nationalen Sicherheit, von Energieimporten unabhängig zu sein, sagte Günther mit Blick auf den Krieg Russlands in der Ukraine.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Sachsen wertete die Ergebnisse der Umfrage als „klares positives Zeichen“. „Damit ist die verbreitete Annahme, in Sachsen mangele es vor allem an Akzeptanz, nicht mehr haltbar“, hieß es. Diese Zahlen sollten Rückenwind geben, den Ausbau Erneuerbarer Energien voranzutreiben, betonte BUND-Chef Felix Ekardt. „Die Zeiten, sich von kleinen aber lauten Minderheiten oder gar Einzelpersonen einschüchtern zu lassen, sind vorbei.“ Wichtig sei aber auch, die oft noch schweigende Mehrheit für die Energiewende zu aktivieren. dpa

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