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Täglich hunderte Geflüchtete: Turnhalle hergerichtet

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Ukraine-Konflikt - Flüchtlinge in Görlitz
Flüchtlinge aus der Ukraine kommen aus Polen mit dem Bus am Bahnhof an. © Danilo Dittrich/dpa-Zentralbild/dpa

Immer mehr Geflüchtete kommen aus der Ukraine nach Sachsen. Eine Hauptroute führt nach Görlitz. Dort bereit man sich auf Hunderte Menschen am Tag vor.

Görlitz - Angesichts des russischen Krieges gegen sein Nachbarland kommen in Görlitz immer mehr Geflüchtete aus der Ukraine an. „Wir sind auf täglich 500 Menschen eingerichtet, würden aber zur Not auch 1000 schaffen“, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes Görlitz am Montag. Alleine am frühen Montagmorgen waren etwa 350 Geflüchtete mit Bussen aus Polen nach Görlitz gekommen. Sie waren zunächst mit Zügen bis an die polnisch-sächsische Grenze gebracht worden.

Eine Turnhalle sei in Görlitz hergerichtet worden, um die Menschen zu versorgen und zur Ruhe kommen zu lassen, erläuterte die Sprecherin. „Dies ist aber vor allem für die Geflüchteten vorgesehen, die am späten Abend ankommen und noch nicht wissen, wann es für sie weitergeht“.

Die Menschen sollen nach Angaben des Görlitzer Landrates Bernd Lange zunächst in Erstaufnahmeeinrichtungen gebracht werden. Dort würden sie registriert und einem ersten Gesundheitscheck unterzogen, erläuterte der CDU-Politiker am Montag. Anschließend erfolge die Weiterverteilung in die Kommunen.

„Nach derzeitigem Stand werden wir in den kommenden zwei bis drei Monaten alleine im Landkreis Görlitz bis zu 5000 Geflüchtete aufnehmen“, erklärte Lange. Über private Initiativen seien bereits gut 2000 Betten in Wohnungen oder Ferienhäusern zur Verfügung gestellt worden - die Verteilung erfolge in enger Abstimmung mit den jeweiligen Bürgermeistern. Bis Montag registrierte die Ausländerbehörde des Landkreises 600 Menschen.

Die dezentrale Unterbringung in privaten Wohnungen sei entscheidend, betonte Lange. „Es sind vorrangig junge Frauen mit Kindern und ältere Menschen, die Hilfe brauchen. Wir müssen sie besser und schneller integrieren in unsere Gesellschaft.“ Das habe die Flüchtlingswelle 2015 gezeigt.

Die Freien Wähler Sachsen fordern angesichts des zunehmenden Zustroms ukrainischer Kriegsflüchtlinge ein Sofortprogramm für die Kommunen. Bund und Land müssten alle anfallenden Kosten, für Unterbringung und Versorgung, aber auch aller nachgelagerten Integrationskosten wie Sprachkurse und Kinderbetreuung übernehmen, sagte Landeschef Thomas Weidinger am Montag. Zudem benötigten die Kommunen personelle Unterstützung. dpa

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