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Ukraine-Krieg: Aufnahme von Flüchtlingen wird vorbereitet

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Ukraine-Konflikt - Geflüchtete in Polen
Flüchtlinge, die vor dem Konflikt in der Ukraine fliehen, gehen mit ihrem Gepäck eine Straße entlang. © Petr David Josek/AP/dpa/Archivbild

Viele Menschen fliehen vor dem Krieg aus der Ukraine. Die Route führt zunächst oft über Polen. In Sachsen laufen die Vorbereitungen, um zahlreichen Menschen in Not Zuflucht zu bieten.

Pirna - Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine bereitet sich Sachsen auf eine Vielzahl Geflüchteter vor. So wollen die Grünen in Görlitz eine Koordinierungsstelle für Geflüchtete einrichten. Dies erfolge in Kooperation mit Hilfsorganisationen, die dadurch praktische Unterstützung bekämen, teilten der Grünen-Bundestagsabgeordnete Kassem Taher Saleh und Sachsens Fraktionsvorsitzende der Grünen, Franziska Schubert, am Sonntag mit.

Geplant ist demnach eine Gesprächsrunde über die aktuellen Geschehnisse und die Registrierung von Helferinnen und Helfern. Dazu sind alle Interessierten unter Einhaltung der Corona-Regeln (3G-Regel, geimpft, genesen oder getestet und Maskenpflicht) eingeladen. Die Grünen-Abgeordneten wollen die Hilfe vor Ort bündeln und einen Beitrag zur Unterstützung der ukrainischen Zivilgesellschaft leisten.

Am Wochenende waren bereits mehrere Geflüchtete in Sachsen angekommen. Insgesamt sei eine Zahl im mittleren zweistelligen Bereich festgestellt worden, wie ein Sprecher der Bundespolizei am Sonntagmorgen in Pirna sagte. Der überwiegende Teil davon seien Staatsangehörige aus der Ukraine gewesen. Einige Geflüchtete seien in eine Erstaufnahmeeinrichtung gebracht worden.

Die Vereinten Nationen gehen von knapp 300.000 Vertriebenen wegen des Krieges in der Ukraine aus. Das UN-Nothilfebüro Ocha hatte unter Berufung auf das Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Samstag berichtet, dass 160.000 Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht sein sollen. Diese seien vor allem Richtung Polen gegangen, aber auch nach Moldau und Rumänien. Die Behörden in der Ukraine befürchten, es könnte bis zu fünf Millionen Flüchtende geben, hieß es.

In Görlitz erwartet die Polizei von Montag an deutlich mehr Menschen, die über die polnische Grenze nach Sachsen kommen. Daher werde an einem konkreten Plan gearbeitet, wohin diese Menschen gebracht werden könnten, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Görlitz. Russische Truppen waren am Donnerstag in die Ukraine einmarschiert.

Zahlreiche Städte und Landkreise hatten ihre Unterstützung angeboten und bereiten Notunterkünfte für vertriebene oder geflüchtete Menschen vor. Linke, Grüne und die SPD in Sachsen hatten sich dafür ausgesprochen, Flüchtlinge aus der Ukraine unbürokratisch im Freistaat aufzunehmen und dafür Vorkehrungen zu treffen.

Der Görlitzer Landrat Bernd Lange rechnet mit einem „Kraftakt aller Beteiligten“. „Wir stehen bereits in Abstimmung mit dem Freistaat Sachsen und der Bundespolizei zur Schaffung von Kapazitäten für eine mögliche Unterbringung“, sagte der CDU-Politiker. dpa

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